Die Zunge des Spechts ODER Die digitale Anti-Renaissance

An die siebentausend eng mit Notizen und Zeichnungen beschriebenen Seiten haben Leonardo da Vincis Nachlass überlebt. Es wird vermutet, dass das ein Viertel seines umfangreichen Schaffens darstellte, das alle damals bekannten Bereiche der Wissenschaft und Kunst umfasste. So groß war da Vincis Hunger nach Wissen gewesen, dass er sich immer wieder in neue Fragestellungen verzettelte, und nur wenige seiner Aufträge beenden konnte. Ein wahrer Renaissance-Mensch mit Tendenzen zum Prokrastinieren.

Die Renaissance war einerseits ein Interesse an den Lehren der klassischen Antike, andererseits aber auch das endgültige Loslösen davon und der Beginn der modernen Wissenschaften. Da Vinci war ein ganz wichtiger Vertreter, weil er stärker als alle vor ihm und seine Zeitgenossen Experimente durchführte. Als uneheliches Kind geboren genoß er nicht die Vorzüge eines Buchgelehrten. Die wichtigsten Bücher damals waren noch in Latein, was er nie gelehrt bekam, und der Buchdruck gerade erst erfunden worden und Bücher in der lokalen Sprache erst im Kommen.

Was ihm hier fehlte füllte er aber mit Neugier und Experimenten aus. Er konstruierte für viele seiner Fragestellungen Versuchsapparate um die Antworten zu finden. Unter anderem entwickelte er ein Glasherz, um zu sehen wie sich die Herzklappen öffnen und schließen. Etwas, das erst wieder in der Mitte des 20. Jahrhunderts gelingen sollte. Weiterlesen Die Zunge des Spechts ODER Die digitale Anti-Renaissance

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Kassandra oder Die Zukunft ist weiblich

Handleser, Priesterinnen und Hexen werden seit Jahrtausenden mit Vorhersagen und Weissagungen verbunden. Während Handleser, Hexen oder Teesudlesern wenig soziale Achtung erhalten, standen jungfräuliche Priesterinnen wie beispielsweise im Orakel von Delphi hoch im Ansehen. Könige und Heerführer nahmen beschwerliche Anreisen auf sich um zu erfahren, ob ihnen die Gunst der Götter geneigt war bei bevorstehenden politischen und militärischen Aufgaben.

Eine schöne Tochter des trojanischen Königs Priamos und seiner Frau Hekabe erweckte die Aufmerksamkeit der Götter. Sie besaß die Gabe die Zukunft vorhersagen zu können. Bereits damals dachte sich so manch Mächtiger nicht viel dabei, Frauen sexuell zu belästigen. Niemand geringerer als Apollon, der Gott der Musik und Kunst, machte sich an die Prinzessin ran. Als sie sich aber seinen Avancen verweigerte, verfluchte er sie. Weder ihr noch ihren Nachkommen sollten von nun an die Vorhersagen geglaubt werden. Ihr Name wurde zum Synonym für Warnungen denen kein Glaube geschenkt wurde und später als Tragödie doch die Menschen ereilte. Der Name der verfluchten Prinzessin war Kassandra.

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Ignorierte Kassandra

Dieser Name blieb bis in die Gegenwart an den Experten hängen, die aufrüttelnde Trends oder eine gefährliche Zukunft erkennen und andere davor zu warnen versuchen. Kassandrarufe stellen eine ganze Kategorie an Vorhersagen dar. Weiterlesen Kassandra oder Die Zukunft ist weiblich