Uber startet autonomen Fahrdienst in Pittsburgh [VIDEOS]

Ab sofort fahren in der amerikanischen Stahlstadt Pittsburgh autonome Uber. Schon vor einigen Tagen waren die ersten der einhundert bestellten und mit Selbstfahrtechnologie ausgestatteten Volvo XC90 ausgeliefert worden, aber seit heute sind einige der autonomen Ford Fusion auf den Straßen Pittsburghs und können von Uber-Passagieren benutzt werden.

Zwar beschränkt sich die Gegend noch um das 31 Quadratkilometer große Stadtzentrum, dieses soll aber bald ausgedehnt werden, sobald von anderen Stadtteile hochpräzise Straßenkarten von Uber-Ingenieuren erstellt worden sind. Auch sitzen hinter dem Lenkrad nach wie vor Uber-Ingenieure, die im Notfall eingreifen sollen. Im Wesentlichen übernimmt das Fahrzeug aber selbständig die Steuerung. Vom Passagier kommt als Eingabe das gewünschte Ziel.

Uber veröffentlichte dazu ein Video das uns einen ersten Einblick gibt:

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Die selbstfahrenden Ubers sind hier

Der letzte Führerscheinneuling kommt rascher als man denkt. Rief mein Beitrag auf TechCrunch (und hier auf Deutsch) vor zwei Monaten noch ungläubiges Staunen und Reaktionen wie „nicht solange ich lebe“ hervor – und das trotz all der angeführten Fakten die mir bei der Recherche zu meinem kommenden Buch Der letzte Führerscheinneuling untergekommen sind – so werden selbst diese Szenarien von der Wirklichkeit überholt und kommen schneller im Alltag an als erwartet.

In dieser Woche überschlugen sich nämlich die Ereignisse und Meldungen zu selbstfahrenden Fahrzeugen. Am Dienstag kündigte Ford-CEO Mark Fields bei einem Besuch in Palo Alto für 2021 selbstfahrende Autos an. Und nicht nur selbstfahrende Fahrzeuge. Als erster der großen OEMs sollen bei den Ford-Fahrzeugen keine Lenkräder und Pedale drin sein. Das ist eine radikale Ankündigung und unterscheidet sich von deutschen Herstellern, die zwar auch Selbstfahr-Initiativen haben, aber noch nicht vom Lenkrad los wollen.

Kaum war diese Meldung verdaut schlägt Uber mit gleich zwei Ankündigungen zu. Zuerst kündigt man die Akquisition des gerade erst aus dem Stealth-Mode gekommenen und auf selbstfahrende LKWs spezialisierten Google-Spinoff Ot.to an (hier ein Video eines Ot.to-LKWs in freier Wildbahn in Palo Alto). Die Otto-Technologie soll übernommen und integriert werden und der Ot.to-CEO die gesamte Selbstfahrinitiative bei Uber leiten. Der Kauf des gerade mal ein paar Monate alten Start-ups soll um kolportierte 680 Millionen Dollar vor sich gegangen sein. Bei weniger als 100 Mitarbeitern und einem bisher aus Eigenmitteln finanzierten Start-up bedeutet das 7,5 Millionen pro Kopf und Nase.

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Fallbeispiel: mytaxi versus Uber

Am Beispiel der Fahrdienstanbieter mytaxi und Uber lässt sich sehr schön darstellen, wie viel dynamischer ein Silicon-Valley- Start-up vorgeht und vorgehen kann. Beide Start-ups wurden 2009 gegründet, aber sowohl ihre Ausgangspunkte als auch deren Entwicklung zeigen deutliche Unterschiede auf.

Das Hamburger Start-up mytaxi wurde im Juni 2009 mit der Absicht gegründet, Fahrgästen über eine App ein Taxi zu bestellen. Und für deutsche Start-up-Verhältnisse ist das auch eine wahre Erfolgsgeschichte. Bis 2012 wurden insgesamt 13 Millionen Euro an Venture-Kapital durch T-Ventures und Daimler aufgestellt, in einer weiteren Investmentrunde nochmals eine nicht genannte Summe, bevor mytaxi 2014 von Daimler endgültig geschluckt wurde.

Uber wurde 2009 als Limousinenservice gegründet, damit ‚Schnösel’ – wie die Uber-Gründer es waren – stilecht zu Partys auffahren konnten. Sehr rasch erkannte man aber das Potenzial und weitete das Angebot vom reinen ,Schnöselservice’ zu an- deren Fahrdienstleistungen aus. Von kleineren Fahrzeugen für Fahrgäste bis hin zu Lieferservices reicht heute die Angebotspalette. Bevor man sich’s versah, machten die Uber-Fahrer den Taxifahrern Konkurrenz. Und Uber-Investoren belohnten den Erfolg mit Investitionen, die in einem Dutzend Investmentrunden bis Januar 2016 elf Milliarden Dollar einbrachten. Weiterlesen Fallbeispiel: mytaxi versus Uber