Online-Ingenieursabschluss für selbstfahrende Fahrzeuge

Der ehemalige Google-Chef für selbstfahrende Fahrzeuge Sebastian Thrun bietet bald einen Onlinekurs an, der Teilnehmer zu einem Ingenieur für autonome Fahrzeuge ausbildet. Der Kurs wird folgendermaßen angepriesen:

Selbstfahrende Autos werden die Art wie wir leben revolutionieren. Es handelt sich um ein transformierende Technologie die die letzten Trends von Robotik, Maschinenlernen, Informatik und Maschinenbau miteinander verknüpft. In diesem Kurs wirst du das Handwerk und die Techniken kennenlernen, die von den Entwicklungsabteilungen von führenden Technologieunternehmen für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge eingesetzt werden.

Vor einem Jahr habe ich bereits einen ersten Kurs von Sebastian Thrun absolviert, der an dasselbe Thema in einfacher Weise heranführte. Er ist es absolut wert gewesen, um die Technologie und die Algorithmen dahinter besser zu verstehen. Mehr dazu in meinem Artikel Selbstfahrende Autos selbst programmiert. Ergänzend zum Kurs wird auch einer für Maschinenlernen empfohlen.

Warum nun soll man sich für den Kurs interessieren?

Weiterlesen Online-Ingenieursabschluss für selbstfahrende Fahrzeuge

Deutsche Firmenkultur und Ethik am Beispiel Volkswagen

In einem vernichtenden Bericht unter dem Titel VW’s Plot to Cheat America Revealed (Enthüllt: Volkswagens Plan wie Amerika betrogen werden sollte) lässt MSN kein gutes Haar an der deutschen Autoschmiede. Und es handelt sich um keinen geheimen Plan der Amerikaner die armen Deutschen nieder zu machen und der heimischen Industrie zu dienen, zu eindeutig sind die offengelegten Volkswagen-Dokumente. Und sie zeugen von einem erschreckenden Bild der Kultur bei Volkswagen, wie MSN aus den vor dem New Yorker Gericht gebrachten Akten zitiert.

Über Jahre hinweg wurde bei den Emissionstests von Dieselmotoren nicht nur bei den Volkswagenmodellen, sondern auch bei Porsche und Audie geschummelt. So weit, dass die wahren Werte bei Stickoxiden vierzig(!) Mal so hoch waren wie erlaubt. Hier ein Auszug:

Das Management erwägte sehr genau welche Kosten auf Volkswagen zukommen würden, wenn sie dabei erwischt würden. Bei der Analyse früherer Fälle von Verstößen bei Umweltregulierungen bei Autoherstellen in den USA wurde vorhergesagt, dass mögliche Strafen ’nur ein geringes Kostenrisiko‘ darstellten. Sie führten die höchsten Strafen, die gegen Hyundai/Kia verhängt wurden, mit knappen 91 Dollar pro Auto an und fügten hinzu, dass Strafsummen in diesem Ausmaß nicht auch nur annähernd einen Einfluss auf den Aktienkurs eines globalen Unternehmens wie Volkswagen hätte. [..]

Im Verlauf von 10 Jahren entwickelte VW sechs Generationen von Schummelvorrichtungen. Diese Vorrichtung erkannte ob ein Abgastest stattfand oder nicht. Nur im Testfall wurden die Abgasreduktionsmaßnahmen vollständig eingeschaltet und zeigte damit viel weniger an Schadstoffemissionen an als im Normalbetrieb. Die Gerichtsakten listen auch auf wie weit Volkswagen ging , dass das Schummeln nicht aufgedeckt wurde. Selbst das Onboard Diagnose-System (OBD) der Autos war so programmiert, dass es vorsätzlich falsche Werte anzeigte.

Weiterlesen Deutsche Firmenkultur und Ethik am Beispiel Volkswagen

Apple Maps Cars auf dem Highway 101

Apple hat sich für seinen Landkartendienst eine Flotte an Autos angeschafft, die die Straßen vermessen. Auf Apples Website finden sich Informationen wo und in welchem Zeitraum die Autos fahren. Dabei war ursprünglich gar nicht klar, wer hinter diesen Fahrzeugen mit den ungewöhnlichen Aufbauten steckt.

Heute auf der Fahrt von San Francisco zurück in die Bay Area am Highway 101 überholten mich gleich mehrere davon. Da Stoßverkehr war, konnte ich die Carpool-Lanes selbst nicht verwenden, aber nachdem mich das dritte Fahrzeug überholt hatte, hielt ich meine Kamera bereit. Zuerst dachte ich, es wäre ein selbstfahrendes Fahrzeug, weil die zylinderförmigen Objekte verdächtig nach einem Lidar-System aussahen. Wie man aber auf den Fotos erkennen kann prangt auf den Seitenwänden der Schriftzug Apple Maps und die URl maps.apple.com.

Weiterlesen Apple Maps Cars auf dem Highway 101

Übersicht zu Elektrofahrzeugherstellern

Es ist momentan nicht leicht die Übersicht zu bewahren, wenn es darum geht den Anstrengungen hinter der Elektromobilität zu folgen. Während sich deutsche Hersteller zurückhalten geht man in anderen Ländern forscher ran. Die folgende Aufstellung ist eine Liste an Unternehmen, die daran arbeiten ein reines Elektrofahrzeug auf die Straße zu bringen. In der Liste sind diejenigen Unternehmen angeführt, die ein gesamtes Elektrofahrzeug bauen, und nicht nur einen Umbau von bestehenden Verbrennern vornehmen oder Teile bauen. Man beachte die Anzahl der Unternehmen aus China und den USA.

Weiterlesen Übersicht zu Elektrofahrzeugherstellern

NextEV eröffnet Niederlassung in Silicon Valley

Das chinesische Elektrofahrzeugstart-up NextEV eröffnet eine Niederlassung in San José in Kalifornien. Beim Pokémon Go-Spiel in meiner Nachbarschaft stieß ich zufállig auf das Bürogebäude, das gerade für den neuen Mieter hergerichtet wird. Über dem Eingang auf 3200 North First Street prangt bereits der Firmenschriftzug. Wie man auf meinem Schnappschuss sehen kann parkt vor dem Eingang auch ein Tesla Model X.

Weiterlesen NextEV eröffnet Niederlassung in Silicon Valley

Analyse: Teslas erster tödlicher Unfall

Jetzt ist es passiert: ein Teslafahrer verunglückte tödlich in einem Tesla. Ist das nunmehr das Ende von selbstfahrenden Fahrzeugen? Wirft das die Entwicklung um Jahre zurück? Nicht unbedingt, denn wie so oft er Fall, kommen hier ganz bestimmte Umständen zusammen. Und das sehen wir uns an.

Zuerst ist hier interessant, wie der Unfall zustanden kam. Laut ersten Berichten war der Wagen mit eingeschaltetem Autopiloten unterwegs. Gemäß einem Blogeintrag von Tesla passierte am 7. Mai 2016 folgendes:

Weder der Autopilot noch der Fahrer bemerkten die weiß gestrichene Seite eines Lastwagenanhänger gegen helles Sonnenlicht, deshalb aktivierten die Bremsen nicht. Die Höhe des Sattelschleppers in Kombination mit dessen Position auf der Straße – eine äußerst rare Zusammenkunft von Umständen – riefen eine Kollision hervor, die das Modell S unter den Anhänger schoben, wobei die Anhängerunterseite mit der Windschutzscheibe des Modell S kollidierte.

Der links in eine Seitengasse abbiegende Sattelschlepper blockierte damit die Straße für den entgegenkommenden Verkehr. Und für so ein Szenario sind diese Kamerasysteme nicht ausgelegt. Sie sind darauf spezialisiert Auffahrunfälle zu vermeiden. Der Sattelschlepper von de Seite her betrachtet erschien dem System offensichtlich von den Sensorsignalen aus wie ein überhängendes Straßenschild. Damit lässt sich auch das Verhalten des Autos erklären, das nach dem Unfall zuerst mal weiter fuhr und erst dann zum Stehen kam.

(C) Electrek

Auch reden wir hier von Autobahngeschwindigkeiten, die die Reaktionszeit drastisch herabsetzen. Es kann aufgrund einer ersten Unfallanalyse auch ein Fehlverhalten des LKW-Fahrers vorliegen, der vielleicht auch ohne dem Autopilot-Modus zu einem solchen Unfall geführt hätte.

Ist damit nun das Horrorszenario eingetreten, das immer wieder hervorgerufen wird, nämlich das Trolley-Problem? Ist damit autonomes Fahren weg vom Fenster weil gezeigt wurde, dass es nicht funktioniert?

Weiterlesen Analyse: Teslas erster tödlicher Unfall

Der letzte Führerscheinneuling

Darf ich dir Max vorstellen? Gerade erst hat er seinen ersten Geburtstag gefeiert. Er ist nicht nur ein süßer Wichtel, er ist auch die letzte Person die einen Führerschein machen wird.

Unmöglich? Nicht zu meiner Lebzeit?

Ich muss gestehen, dass ich geschwindelt habe. Ich weiß nämlich nicht, ob Max der letzte Führerscheinneuling sein wird. Es könnte Sofie sein, oder Sebastian. Diese Person kann in Deiner Nachbarschaft leben. Aber eines ist sicher: die letzte Person die einen Führerschein machen wird ist bereits auf der Welt. Und das Tempo der Technologieentwicklung und jüngste Ankündigungen bestätigen das.

Digitale Bewerber

Alleine die kalifornische Verkehrsbehörde DMV hat 13 Lizenzen für den Test von selbstfahrenden Autos auf öffentlichen Straßen ausgestellt. Google hat 58 Testfahrzeuge auf den amerikanischen Straßen im Einsatz, was 80 Prozent aller registrierten Testfahrzeuge darstellt. Google hat bereits die beeindruckende Zahl von 2,6 Millionen an autonom gefahrenen Kilometern gesammelt, wobei jedes Monat zwischen 16.000 und 25.000 Kilometer hinzukommen. Das sind insgesamt 90 Prozent aller Testkilometer in Kalifornien, die von autonomen Fahrzeugen erfahren werden. Und das zusätzlich zu den fast 5 Millionen Testkilometern die Google pro Tag am Simulator fährt, gemäß dem Januarbericht des Unternehmens.

Weiterlesen Der letzte Führerscheinneuling

Ausführungsstrategie für automobile Zusatzverkäufe bei Connected Cars

In dieser Diplomarbeit von Philipp Erdmann wird eine Ausführungsstrategie entwickelt um nach dem Verkauf eines Fahrzeugs weitere Zusatzverkäufe machen zu können die durch die Natur von Connected Cars ermöglicht werden. Um das zu erreichen wurden Experteninterviews gemacht um den Status Quo zu erfassen und zukünftige Trends zu erkennen. Die Evaluierung fokussiert sich auf potenzielle Anwendungsfälle und mögliche Hindernisse und Anforderungen. Die interviews heben die Wichtigkeit von Kundenzufriedenheit und Kundenerfahrung mit den Zusatzverkäufen hervor. Auch wurde ersichtlich, dass sich die Organisationen in der Autoindustrie an diese Änderungen anpassen muss.

Aufgrund der Interviewergebniss wurde eine Taxonomie für die Entwicklung von Zusatzverkaufstrategien entwickelt und diskutiert. Diese Taxonomie berücksichtig die Dynamik und Unsicherheit im Connected-Car-Umfeld und stellt den Kunden ins Zentrum der Strategieentwicklung. Zusätzlich werden andere Beteiligte wie beispielsweise Mitarbeiter ebenso berücksichtigt.

Zuletzt wurde die Taxonomie auf eine Ausführungsstrategie basierend auf den vorgestellten Lösungen angewandt. Es werden eine Vorschläge für die Einführung einer Ausführungsstrategie vorgestellt.

Diplomarbeit (auf Englisch) von Philipp Erdmann. Die vollständige Arbeit kann hier heruntergeladen werden.

Weiterlesen Ausführungsstrategie für automobile Zusatzverkäufe bei Connected Cars

Tüt tüt! Wenn selbstfahrende Autos hupen…

Google hat den allmonatlichen Bericht zu selbstfahrenden Fahrzeugen für Mai veröffentlicht und kommt mit einer kleinen Überraschung. Die Autos wurden mit einer Hupe ausgestattet die vom Computer unter bestimmten Umständen ausgelöst werden. Der Algorithmus bestimmt dabei, ob es sich um eine brenzlige Situation handelt und ob gehupt werden muss. Ein Hupsignal wird getätigt, wenn ein anderes Fahrzeug zu nah einen Spurwechsel vornimmt und dabei das Google-Fahrzeug gefährdet. Oder wenn ein Auto aus einer Ausfahrt sich einordnen will und nicht klar ist, ob der Fahrer das Google-Auto gesehen hat. Oder gar, wenn ein Fahrzeug die falsche Richtung genommen hat und dem Google Fahrzeug auf der falschen Spur entgegenkommt. Zweimal kurz gehupt wird, wenn ein Fahrzeug vor dem Google-Auto zurück schiebt.

Bis vor kurzem war das Hupen nur im Auto angezeigt, damit die Testfahrer dem Fahrzeug mitteilen konnten, ob das Hupsignal angemessen war, oder ob das Fahrzeug die Fahrsituation falsch verstanden hat. Die Algorithmen im selbstfahrenden Fahrzeug kommen zwar mit einer Reihe an vorprogrammierten Regeln, aber die Wirklichkeit ist komplexer. Deshalb werden all die Fahrsituationen abgefahren und eine Datenbasis aufgebaut, die mit den manuellen Korrekturen der Mitarbeiter zu einem besseren Set an Reaktionen verknüpft werden.

Weiterlesen Tüt tüt! Wenn selbstfahrende Autos hupen…

Interessante Daten aus Kalifornien zu autonomen Fahrzeugen

Die kalifornische Verkehrsbehörde DMV hat auf ihrer Website ein paar interessante Berichte zu autonomen Fahrzeugen. Diese müssen von den für Testfahrten lizenzierten Unternehmen jährlich berichtet werden. Ein Bericht ist der Autonome Vehikel Abschaltungsbericht der zum ersten Mal mit 1. Jänner  2016 fällig war. Er beinhaltet alle Zwischenfälle bei denen entweder das selbstfahrende Fahrzeug oder ein menschlicher Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug übernimmt.

Ein weiterer Bericht ist der Bericht zu Unfällen mit einem autonomen Vehikel.

Zum aktuellen Stand (31. Mai 2016) hat die DMV insgesamt 13 Lizenzen für den Test von selbstfahrenden Fahrzeugen auf den Straßen Kaliforniens ausgestellt. Die Firmen umfassen:

Weiterlesen Interessante Daten aus Kalifornien zu autonomen Fahrzeugen