Das Gorilla-Problem

Künstliche Intelligenz wird uns töten! Glaubt man der ungewöhnlichen Allianz von bekannten Wissenschaftlern, Philosophen und Unternehmensgründern, dann stellt künstliche Intelligenz die größte Gefahr für die Menschheit seit der Kernkraft dar. Stephen Hawking warnte noch vor seinem Tod vor den Gefahren. Nick Bostrom, Philosophieprofessor in Oxford und Autor des meinungsbildenden Werkes Superintelligenz bringt eine Reihe von Beispielen, anhand derer er die Gefahren künstlicher Intelligenz aufzeigt. Selbst Elon Musk, Chef von Tesla und SpaceX, ansonsten kein Feind von neuen Technologien, warnt eindringlich davor. Max Tegmark, Physiker, KI-Forscher und Mitgründer der Asilomar-Konferenz zu KI, zählt in seinem Buch Leben 3.0 eine Reihe von Szenarien auf, wie sich KI auf die Menschheit auswirken kann, und die überwiegende Zahl der Szenarien ist pessimistisch. Hier sind Tegmarks KI-Nachwirkungsszenarien:

  • Libertäres Utopia
  • Wohlwollender Diktator
  • Egalitäres Utopia
  • Torwächter
  • Schutzgott
  • Versklavter Gott
  • Eroberer
  • Nachkomme
  • Zoowärter
  • 1984
  • Rückfall
  • Selbstzerstörung

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Schnelles Gehen, Schnelles Denken

Schnell war ich schon immer. Beim Studium in weniger als der Mindeststudienzeit, beim Schreiben von Büchern, und beim Gehen. Was meine Mitspaziergänger immer aus der Puste bringt, schien mir normal. Langsames Gehen konnte ich nie ausstehen.

Je älter ich werde, desto bewusster versuche ich, mein Schritttempo zu halten. Ich will doch nicht alt erscheinen. Beim Stiegensteigen manifestiert sich das auf kuriose Art. Dort nehme ich aus Prinzip immer zwei Stufen auf einmal, um mir zu beweisen, dass ich noch nicht alt, sondern nach wie vor ein junger Hupfer bin. Wenn ich das einmal nicht mehr kann, dann sollte ich wohl gleich doch mit dem Badetuch meinen Platz am Grab reservieren. Weiterlesen Schnelles Gehen, Schnelles Denken

Sind Silicon-Valley-Unternehmen nun „profitabel“ oder nicht?

Zu den großen Mysterien des Silicon Valley zählt für Deutsche die Profitabilität von Start-Ups und Unternehmen. „Wie machen die das nur, dass sie so viel Geld verlieren und immer noch nicht Pleite sind?“ und „Wir können es uns jedenfalls nicht leisten, immer nur Geld zu verlieren. “ und „Wir müssen kaufmännisch denken.“

Wie ist das jetzt also mit der Profitabilität im Silicon Valley? Stimmt das, dass die Welt hier anders ist und Unternehmen nicht gewinnorientiert arbeiten müssen?

Natürlich stimmt das nicht. Irgendwann muss jedes Unternehmen, das auf Dauer existieren will, Geld machen. Entweder macht man Geld indem Kunden für die Produkte und Dienstleistungen bezahlen, oder man macht Geld durch Werbeanzeigen. Aber nicht in jeder Phase, und das aus bestimmten Gründen.

Silicon Valley

Das Silicon Valley ist die Region in Kalifornien zwischen San Francisco und San Jose, mit einer Luftlinie von weniger als 100 Kilometern. Dort leben nicht nur 3,5 Millionen Menschen, sondern sind auch zu jedem Zeitpunkt geschätzte 60.000 Start-Ups tätig, davon 30.000 Technologiestart-Ups. Davon überleben die meisten nicht das erste Jahr, kein Wunder also, dass wir von denen nie etwas gehört haben. Das sind alles Start-Ups, die nie Risikokapital aufstellen konnten oder ausreichend Geld verdienten, um weiterzumachen. Weiterlesen Sind Silicon-Valley-Unternehmen nun „profitabel“ oder nicht?

Die Silicon-Valley-Maschine

Oft beschreibt man das Silicon Valley als diese mythische Gegend in und um San Franciscos mit dem irgendwie nicht erfassbaren Mindset, das solche Unternehmen wie Apple, Google, Facebook, Tesla oder Uber hervorgebracht hat. Und doch ist das etwas, was vielen Kopfzerbrechen bereitet. Manager und Executives die ins Silicon Valley pilgern um zu verstehen, was hier und vor allem wie es geschieht, bereitet das Beobachtete oftmals Verständnisschwierigkeiten. Sie versuchen aus ihrer Wirtschaftswelt Bekanntes mit dem im Silicon Valley erfahrenen zu vergleichen, und doch resultiert vor allem Verwunderung und Kopfschütteln daraus.

Silicon Valley

Betrachten wir das Silicon Valley als etwas Greifbares, dann ist es eine Maschine, die dazu erschaffen und optimiert worden ist, Unternehmen zu produzieren. Und nicht nur irgendwelche Unternehmen. Wir reden hier nicht von Unternehmen mit bekannten Geschäftszweigen, die in den üblichen Industrien mit den bekannten Technologien und Geschäftsmodellen operieren. Das können andere Regionen der Welt auch sehr gut, und ist etwas was sich viele Regierungen und Handels- bzw. Wirtschaftsorganisationen als Ziel auf die Fahnen geheftet haben, und es mit allen möglichen Mitteln fördern. Weiterlesen Die Silicon-Valley-Maschine

Zwischen physischer Qualität und digitaler Notwendigkeit

Einige Vorträge und Workshops brachten mich den ganzen Mai nach Europa. Dabei „musste“ ich auch nach Frankreich und Mallorca. Während ich üblicherweise die Bahn oder bei längeren Strecken das Flugzeug verwende, hatte ich dieses Mal auch gleich dreimal einen Leihwagen. Zweimal einen Nissan Qashquai SUV, einmal einen luxuriösen Renault Talisman. Nicht, dass ich mir die bewusst ausgewählt hatte, das waren die Fahrzeuge, die von der Verleihfirma angeboten wurden.

An beiden Fahrzeugtypen war qualitätsmäßig sicherlich nichts zu beanstanden, der Renault gab sogar das Gefühl eines Oberklassefahrzeug. Womit ich allerdings kämpfte, das war die digitale Qualität der Fahrzeuge. Beide hatten ihre eigenen Versionen des TomTom-Navigationssystems eingebaut, und keines davon war einfach bedienbar. Mehrmals während der Verleihdauer versuchte ich Adressen oder Sehenswürdigkeiten in den komplexen Eingabemasken einzugeben vergeblich. Entweder fand das System die Adresse nicht, oder listete die Sehenswürdigkeit – weil irrtümlich als Kathedrale und nicht als Basilika eingegeben – in einem anderen Land 200 Kilometer entfernt.

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Renault Navigationssystem

Am Ende jedes Versuchs, bei dem ich fünf Minuten und mehr vergeudete, zog ich Google Maps auf meinen iPhone heraus, und hatte mit fünf bis sechs Tastenberührungen die Adresse und fuhr los. Weiterlesen Zwischen physischer Qualität und digitaler Notwendigkeit

Eine schöne Frage fragen

Fragen zu stellen ist was Menschen von Primaten unterscheidet. Selbst bevor Kinder sprechen können, beginnen sie Fragen zu stellen. Die Art der Fragen ändert sich mit dem Alter. Anfänglich sind die Fragen in Form von „Was ist das?“, ändern sich dann zu „Wieso macht der Mann das?“ zu „Wie funktioniert das?“ und „Warum ist der Himmel blau?“, bis zu den Vorstellungen „Was wäre, wenn…?“ Tatsächlich stellen Kinder im Alter zwischen zwei und vier Jahren 40.000 Fragen.

Nur sind nicht alle Fragen zugleich auch gute Fragen. „Warum wurde das bisher nicht gemacht?“, „Wer macht das?“, „Bis wann können wir damit rechnen?“, „Bin ich der Einzige, dem das Sorgen macht?“ sind Fragen, die nach Schuldigen suchen. Sie sind wie ein Kreuzverhör interogativ. Eine der dümmsten Varianten ist eine Frage der Art „Was ist unsere Version eines iPads?

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Zukünfterad und die Änderungen 1., 2. und 3. Ordnung [VIDEO]

Eine Technik die hilft die beabsichtigte und unbeabsichtigte Auswirkungen von neuen Produkten und Dienstleistungen darzustellen ist das Zukünfterad. In der Mitte befindet sich der Kreis mit dem zu betrachtenden Produkt. Die unmittelbar benachbarten Kreise stellen die gewünschten direkten Auswirkungen und Effekte meines Produktes oder meiner Dienstleistung dar. Wir nennen das die Änderungen 1. Ordnung.  Mit jedem neuen Produkt und jeder neuen Dienstleistung verstehen wir aber auch, dass wir weitere, entferntere Auswirkungen haben. Diese Auswirkungen sind vorhersehbar, wenn auch weniger klar und offensichtlich als die Änderungen 1. Ordnung. Wir nennen sie Änderungen 2. Ordnung. Und dann gibt Änderungen, die wir auch bei größter Phantasie uns nicht vorstellen können, und diese nennen wir Änderungen 3. Ordnung.

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Zukünfterad – Vorlage

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Future Benchmarking [VIDEO]

Was ist Future Benchmarking und warum ist es wichtig für Organisationen bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen? Man stelle sich vor, ein Mitbewerber bringt ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung auf den Markt und man will ein ebensolches Produkt einführen. Dazu analysiert das Produkt oder die Dienstleistung des Mitbewerbers, erstellt eine Spezifikation und einen Zeitplan. Berücksichtigt man dabei aber nicht, dass sich bis zur Einführung des eigenen Produkts das des Mitbewerbers ändern und verbessern wird, dann führt man ein Produkt ein, das sofort wieder dem des Mitbewerbers nachhinkt.

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Future Benchmarking

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Deutschland und KI: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Stelle dir vor, du willst ein Haus bauen und erzählst der Nachbarschaft und Freunden, welch tolles Dach du darauf aufsetzen wirst. Mit allem Pipapo, von Dachziegeln die zugleich Solarzellen beinhalten, von wärmeisolierten Dachfenstern, und Schnickschnack wie dem landesüblichen Glockentürmchen und der heute standardmäßigen Dachterrasse. Der Dachstuhl in deutscher Qualitätsarbeit, sturm- und witterungsfest und noch in Jahrhunderten solide stehend.

Der herbeigeholte Zimmermann und die Dachdecker, die die Arbeit ausführen sollten, schüttelten nur den Kopf. Was sie nämlich vorfanden waren eine halb ausgehobene Baugrube mit nur teilweise fertiggestelltem Fundament, ein paar unverputzte Mauern durch deren Fenster- und Türöffnungen noch fleißig der Wind blies. Die Fenster und Türen lehnten in der Nähe und sahen so aus, als ob sie schon einige Weile auf den Einbau gewartet hätten. Wie auch das Gras und Unkraut, das die Baustelle bedeckte von vielen Bauunterbrechungen zeugten.

Ganz zu schweigen von den Inneninstallationen, die es schlicht und einfach nicht gab, weil Badezimmer, Elektroinstallationen und Teppiche keinen Schutz vor der Witterung hätten. Unser Zimmermann und Dachdecker wären ja durchaus weiter gezogen und hätten Dächer an anderen Häusern aufgesetzt, doch der Zustand der ganzen Nachbarschaft war ähnlich. Weiterlesen Deutschland und KI: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die Zunge des Spechts ODER Die digitale Anti-Renaissance

An die siebentausend eng mit Notizen und Zeichnungen beschriebenen Seiten haben Leonardo da Vincis Nachlass überlebt. Es wird vermutet, dass das ein Viertel seines umfangreichen Schaffens darstellte, das alle damals bekannten Bereiche der Wissenschaft und Kunst umfasste. So groß war da Vincis Hunger nach Wissen gewesen, dass er sich immer wieder in neue Fragestellungen verzettelte, und nur wenige seiner Aufträge beenden konnte. Ein wahrer Renaissance-Mensch mit Tendenzen zum Prokrastinieren.

Die Renaissance war einerseits ein Interesse an den Lehren der klassischen Antike, andererseits aber auch das endgültige Loslösen davon und der Beginn der modernen Wissenschaften. Da Vinci war ein ganz wichtiger Vertreter, weil er stärker als alle vor ihm und seine Zeitgenossen Experimente durchführte. Als uneheliches Kind geboren genoß er nicht die Vorzüge eines Buchgelehrten. Die wichtigsten Bücher damals waren noch in Latein, was er nie gelehrt bekam, und der Buchdruck gerade erst erfunden worden und Bücher in der lokalen Sprache erst im Kommen.

Was ihm hier fehlte füllte er aber mit Neugier und Experimenten aus. Er konstruierte für viele seiner Fragestellungen Versuchsapparate um die Antworten zu finden. Unter anderem entwickelte er ein Glasherz, um zu sehen wie sich die Herzklappen öffnen und schließen. Etwas, das erst wieder in der Mitte des 20. Jahrhunderts gelingen sollte. Weiterlesen Die Zunge des Spechts ODER Die digitale Anti-Renaissance