Harte und Weiche Trends

Was genau ist ein Trend? Wissenschaftlich betrachtet deutet ein Trend auf eine generelle Richtung hin, in die sich etwas entwickeln oder ändern wird. Trend ist aber nicht gleich Trend.

Als Elvis Presley starb, gab es knapp über hundert Elvis-Imitatoren. Menschen, die sich kleideten wie Elvis, die ihr Haar schnitten und fönten wie Elvis, und die Elvis Lieder mit seiner charakteristischen Stimme sangen. Nach Elvis Tod am 16. August 1977 explodierte die Zahl der Elvis-Imitatoren über Nacht.

Eine Betrachtung der Zahlen an Elvis-imitatoren zwischen 1977 und 1982 ließ keinen anderen Schluss zu, als dass im Jahr 2000 ein Drittel aller Amerikaner ihr Geld als Elvis-Imitatoren verdienen würden.

Das ist natürlich nicht geschehen und jeder oder jede Befragte mit ein bisschen Hausverstand hätte uns sagen können, dass es dazu nicht kommen wird.

Obwohl es ein Trend war, hatte er ganz charakteristische Eigenschaften, die auf ein Verebben hindeuten würden. Wir unterscheiden hier zwischen zwei großen Kategorien von Trends: weiche und harte Trends.

Weiche Trends sind, wie die Elvis-Imitatoren zeigen, basiert auf Annahmen, die nur so scheinen als ob sie greifbar oder vorhersehbar sind, die sich so aber nicht materialisieren (müssen).

Ein harter Trend hingegen ist eine Projektion in die Zukunft, die auf messbaren, greifbaren und vorhersagbaren Fakten, Ereignissen oder Dingen basiert.

Ein weicher Trend kann passieren, er ist ein zukünftiges Vielleicht. Ein harter Trend hingegen wird passieren, er ist ein zukünftiges Faktum. Man kann sich darauf verlassen, dass er eintreten wird.

Diese Unterscheidung in weiche und harte Trends soll uns helfen besser zu verstehen, was die Zukunft für uns sicher in der Hand hat und was sie vielleicht bringen wird. Unser Misstrauen gegenüber Vorhersagen und Trends ist oft darin begründet, dass wir die Unterscheidung zwischen weichen und harten Trends nicht treffen können. Wir hatten weder klare Kriterien, noch Werkzeuge um die Spreu vom Weizen trennen zu können. Doch das ändert sich jetzt, und damit erhalten wir mehr Gewissheit in unsere Trendbetrachtungen und Vorhersagen. Die Zukunft wird für uns somit sicht- und greifbar.

Während harte Trends nicht beeinflussbar sind, sind weiche Trends steuerbar. Mein Alter kann ich nicht beeinflussen. Der Trend, dass ich älter werde ist ein harter. Ich kann noch so sehr das Gegenteil wollen, ich werde einfach älter. Wie sich meine Gesundheit entwickelt habe ich aber teilweise unter Kontrolle. Ich kann mich gesund ernähren, Sport betreiben und mich von Alkohol, Tabak, zu viel Fett, Drogen und ähnlichem fernhalten. Zwar habe ich das möglicherweise genetisch bedingte Risiko einer erhöhten Herzinfarktanfälligkeit oder Alzheimer nicht ganz unter Kontrolle, aber mein Wohlbefinden und ein eventuelles Hinauszögern der Risiken sehr wohl.

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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