Wie Marihuana und gleichgeschlechtliche Ehe das Innovationswachstum fördern

Im letzten Team in dem ich zuletzt bei meinem ehemaligen Arbeitgeber SAP bis 2013 gearbeitet habe, hatten wir bei 13 Teammitgliedern 10 Nationalitäten und ebensoviele Sprachen. Was im ersten Moment wie eine Kakophonie an Charakteren und Ideen klingt, war genau so. Und extrem produktiv und innovativ.

Viel innovativer jedenfalls, als in anderen Gruppen, die rein aus Leuten aus demselben Land stammten. Auch wenn es wir manchmal mehr Zeit benötigten, um den richtigen Weg zu finden, die Ideen die solch ein diverses Team hervorbrachte waren viel weiter gestreut und die endgültige Lösung damit umso besser. Deshalb bin ich schon seit langem ein Verfechter von Diversität in Teams um Innovation und gute Zusammenarbeit zu fördern.

Besucher in Silicon Valley bemerken die Diversität bei den Treffen mit Unternehmensgründen, Risikokapitalgebern und Mitarbeitern. Und sie spiegelt sich in den Statistiken wider. Mehr als die Hälfte der Haushalte im Silicon Valley sprechen zuhause als primäre Sprache nicht Englisch.

Gesetze und Regulierungen die Diversität fördern tragen unmittelbar zu Unternehmenserfolgen, aber auch zum Wirtschaftswachstum ganzer Regionen bei. Eine Studie von zwei Forschern der London Business School und des Georgia Institute of Technology zeigten das ganz klar bei US-Bundesstaaten. Die Studienautoren verglichen anhand von Patenten die Innovationsleistung von Bundesstaaten nach der Einführung von sozialliberalen oder anti-sozialliberalen Gesetzen. Zwei der dabei herangezogenen Gesetze inkludierten die gleichgeschlechtliche Ehe sowie die Aufhebung des Marihuana-Verbots.

Diversity_01.png
Innovationsraten nach Einführung liberaler Gesetze (C) HBR[/
Die US-Bundesstaaten haben einige Freiheiten diese Gesetze selbst zu verabschieden, sofern sie nicht die US-Verfassung verletzen. Bundesstaaten die sozialliberale Gesetze verabschiedeten bekamen einen Innovationsschub um 5 bis 6 Prozent. Bundesstaaten die beispielsweise Anti-Abtreibungsgesetze verabschiedeten hingegen erlitten einen Rückgang um 1 Prozent bei Innovation.

Die Verabschiedung von sozialliberalen Gesetzen beeinflusst die Einstellung der Einwohner zu Offenheit, Diversität, Vertrauen und erhöht die Interaktion zwischen Personen mit unterschiedlichen Ansichten, Lebensstilen und ethnischer Herkunft sowohl im Privat- als auch Berufsumfeld. Das wiederum führt zu mehr und höherwertigen Ideen.

Gesellschaften die sich dagegen wehren, sind als Resultat weniger innovativ und schaffen damit weniger Wirtschaftsleistung. Unternehmer sollten durch gezielte Maßnahmen Diversität in ihren Organisationen verstärken. Die Einrichtung eines glitzernden Innovation Labs oder ein paar Design Thinking-Kurse sind nicht ausreichend, um Innovation nachhaltig ins Unternehmen zu bringen. Der Fokus beim Einstellungsprozess auf Mitarbeiter die sich in Geschlecht, sexueller Orientierung, ethnischer und nationaler Herkunft, Ausbildung, Behinderung und anderen unterscheiden kann ganz konkret von jedem Unternehmen aus eigener Kraft gelöst werden. Aus eigener privater und beruflicher Erfahrung weiß ich, wie wichtig das ist, und wie stark mein eigenes Denken positiv herausgefordert wird.

Hier ist mehr über die Studie (auf Englisch).

Dieser Beitrag ist auch auf Englisch erschienen.

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