Wie ein Deutscher Immobilienfonds sich vom Silicon Valley inspirieren lässt

„Es gibt keinen Arbeitsauftrag. Fahren Sie ins Silicon Valley und berichten sie uns wie die Leute dort ticken.“ Das war die unübliche Ansage des Geschäftsführers eines in Köln basierten Immobilienfonds, die er seinen beiden Executives auf den Weg gab. Und auf den Weg begaben sie sich im Februar 2017, wo sie ein Monat im Innovationshauptquartier der Welt verbringen sollten.

Das Unternehmen mit knapp über 100 Mitarbeitern ist eine Fondsgesellschaft, die mehrere Milliarden Euro an Immobilienvermögen verwaltet.

„Ohne Arbeitsauftrag kann man nix falsch machen,“ dachten sich die beiden Gesandten und hörten noch den Wunsch ihres Geschäftsführers „… und bringen sie ein oder zwei Unicorns mit“ als sie bereits auf den Weg ins Silicon Valley waren.

Vorbereitung des Silicon Valley Besuches

Einer der Mitarbeiter, der schon ein Highschooljahr in den USA verbracht hatte und immer wieder seinen Urlaub dort verbringt, war sofort von der Aufgabe angetan. Mit Hilfe von ein paar Freunden und anderen Kontakten vor Ort konnten er und sein Kollege einen ersten Plan für den vierwöchigen Aufenthalt erstellen. Zuerst besuchten sie erste Anlaufstellen wie das Hanahaus, den German Accelerator oder den lokalen Innovation Hub The Hive des Axel-Springer-Verlags in Palo Alto.

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Datamobbying, Datenschutzparanoia, und Warum Deutschland bei Künstlicher Intelligenz nichts zu melden hat

Im vergangenen Jahrhundert haben zwei Regime und Ideologien, die aus dem deutschsprachigen Raum stammen, Daten dazu verwendet, um Menschen einzusperren, zu foltern, und zu töten. Ich spreche vom Nationalsozialistischen Reich und von der DDR. Zwei Ideologien die dort sind wo sie hingehören: dem Abfallhaufen der Geschichte.

Dieser geschichtliche Hintergrund macht verständlich, warum man gerade in Deutschland zu Daten – präziser: personenbezogenen Daten – ein solch ambivalentes, wenn nicht gar gestörtes Verhältnis hat. Solche Daten dürfen nur mit Zustimmung der betroffenen Person erhoben werden, müssen auf Wunsch offengelegt werden und für die Person löschbar sein. Das reflektieren die Gesetze, die von der Bundesregierung und der EU erlassen wurden.

Medial prominent beleuchtete Gerichtsfälle wie Max Schrems vs Facebook oder Tatsachen, dass öffentlicher Raum in Deutschland und Österreich nicht oder nur ausgeblendet auf Google Street View angezeigt werden, zeigen, wie sehr diese Bedenken führen zu Absurditäten führen. Hausfassaden in deutschen Städten werden von Deutschen als privat markiert und müssen von Google verpixelt werden. Österreich hat bis heute kein Street View, weil Google beim Mapping zugleich WLAN-Daten erfasste. WLAN-Daten, die nichts mit personenbezogener Information zu tun hatte, wohlgemerkt.

Besonders absurd wird es, wenn man sich das Cookie-Law zu Gemüte führt. Jede Website in der EU muss einen Hinweis zu erfassten Cookies einblenden, und der Benutzer zustimmen. Ein Cookie, das anonymisiert und nicht personenbezogen ist. Und wehe, es hält sich jemand nicht daran, der wird in Grund und Boden geklagt und öffentlich angeprangert. Mit den Klagen gegen Google, Facebook & Co macht man sehr öffentlich deutlich, dass die Bundesregierung und die EU selbst vor diesen Großen nicht fürchten. Gleichzeitig gibt man aber ein verheerendes Signal an die eigenen Start-ups, von denen man so gerne so viel mehr hätte. „Traut Euch ja nicht, irgendwas mit Daten zu machen, oder wir lassen Euch bluten!“

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