Googles monatlicher Bericht zu autonomen Fahrzeugen für April 2016

Jedes Monat veröffentlicht Google einen Bericht mit Updates zu den aktuellen Zahlen und Unfällen mit selbstfahrenden Fahrzeugen. Im Bericht vom April 2016 wird einmal mehr der Vorsprung und Aufwand sichtbar, den Google treibt. Bis dato wurden 1.564.981 Meilen (2.518.593 Kilometer) im autonomen Modus (also ohne Fahrereingriff) gefahren, und weitere 1.085.768 Meilen (1.747.374 Kilometer) im manuellen Modus (also vom Fahrer kontrolliert). Alleine im April wurden dabei 66.767 Meilen (107.451 Kilometer) im autonomen Fahrmodus hinzugefügt.

Insgesamt befinden sich 57 Fahrzeuge auf den Straßen von Mountain View in Kalifornien, Kirkland in Washington, Phoenix in Arizona und Austin in Texas. Es sind 23 Lexus SUVs und 34 der Prototypen unterwegs. Damit fährt jedes Auto im Schnitt an die 1.171 Meilen (1.885 Kilometer). Dabei gab’s im April zwei Unfälle, beide nicht von Google verursacht.  Damit ist die Unfallzahl auf 21 gestiegen, von denen nur einer von Google verursacht war. Zum Glück verliefen alle Unfälle glimpflich und keine Person kam zu Schaden.

Sehr interessant Amandaist auch der Erlebnisbericht einer Google Test-(nicht)-Fahrerin namens Amanda in Austin, den ich Euch hier nicht vorenthalten möchte:

Wie wurdest du Testfahrerin bei Google?

Ich wohne in der Mueller-Gegend von Austin und sah monatelang immer wieder die autonomen Fahrzeuge in der Nachbarschaft ihre Runden drehen. Ich war sehr begeistert von dem Projekt und las alle monatlichen Reports die auf der Projektwebsite veröffentlicht waren. Ich beschloss eine Rückmeldung auf der Website zu hinterlassen und fragte ob es Möglichkeiten zur freiwilligen Mitarbeit hier in Austin gäbe. Ein Vertreter von Google antwortete, bedankte sich für mein Feedback und erwähnte, dass es offene Stellen für Testfahrer gäbe. Und so kam ich hinzu.

Welche Erfahrungen brachtest du mit als du zum Projekt kamst?

Der Beruf eines Testfahrers für autonome Fahrzeuge ist so neu, dass es nicht auf vorherige Erfahrung ankommt. Bevor ich zum Projekt kam arbeitete ich als Forschungsassistent in einer Biotechfirma, und eine Menge anderer Testfahrer haben ebenso unterschiedliche berufliche Werdegänge. Einer arbeitete in der Produktion von Solarpaneelen, ein anderer war Schweißer, einer Englischlehrer und wir haben sogar einen ehemaligen Wasserskilehrer im Team. Bevor wir zu fahren begannen bekamen wir eine intensive Schulung um zu verstehen wie die Technologie funktioniert, wie man das Auto sicher bedient und wie wir Feedback zum Fahrverhalten des Fahrzeugs geben können. Wir unternahmen auch Testfahrten mit dem Fahrzeug auf einer privaten Teststrecke wo wir lernten wie wir mit extremen und komplizierten Fahrsituationen umgehen müssen, ebenso wie die praktischen Aspekte ein selbstfahrendes Auto zu bedienen (wie man es beispielsweise vom automatischen in den manuellen Betrieb umschaltet).

Was ist das Schönste daran eine Testfahrerin zu sein?

Testfahrzeug in AustinZu wissen, dass mein Beitrag zum Projekt Mobilität ändern und die Straßen sicherer machen wird. Das ist sehr persönlich für mich: im Gymnasium war ich in einen schweren Unfall verwickelt als der Fahrer meines Fahrzeuges – ein Teenager – ein Stoppschild übersah und mit 130 km/h in einen Lastwagen krachte. Der Zusammenprall brach meine L5 Wirbelsäulenknochen und ich verbrachte vier Monate im Bett und noch länger in der Rehabilitation. Dabei schätze ich mich glücklich, dass ich nicht gelähmt bin. Davon ausgehen glaube ich, dass selbstfahrende Fahrzeuge die den Straßenregeln folgen große Chancen bieten die Unfallzahlen zu verringern.

Was sind so die Herausforderungen die du auf den Straßen Austins erlebt hast?

Wir hatten unsere Schulung in Mountain View in Kalifornien (dort befindet sich das Google-Hauptquartier, Anm. d. Red.), somit habe ich die kleinen Unterschiede zum Fahren in Austin bemerkt. Zum einen ist die Umgebung anders: Die Ampeln in Austin sind horizontal angebracht, nicht vertikal wie in Kalifornien. Aber es gibt auch leicht unterschiedliche Fahrverhalten auf die zu achten sind, beispielsweise wie das Auto mit Radfahrern umgeht. Biegt das Auto beispielsweise nach Rechts ab, dann vermeiden wir es in die Radspur zu fahren (in Mountain View hingegen bewegt sich das Auto schon frühzeitig in die Fahrradspur bevor es abbiegt). Auch habe ich viel mehr große Büsche und niedrig hängende Äste in Austin gesehen. Das mag nach nicht viel klingen, aber unsere Autos stoppen komplett wenn Vegetation in die Straße hinein wächst oder Äste rein hängen. Jetzt aber erkennen unsere Autos Bäume und Büsche, und fahren sachte um sie herum.

Wie reagieren die Menschen auf die selbstfahrenden Autos?

Die Leute sind sehr unterstützend, neugierig und begierig die selbstfahrenden Autos selbst auszuprobieren. Wir erhalten eine große Dosis an Zustimmung. Kürzlich als wir durch Mueller fuhren hielt ein Auto neben uns an und der Fahrer zeigte uns seine Begeisterung: „Ihr Leute seid die Zukunft, Baby!“ Das positive Feedback hören wir immer gerne und wir sind dem gegenüber sehr aufmerksam damit wir mit jedem Tag besser werden.

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