Innovation: Jobkiller oder nicht?

Um es gleich vorwegzunehmen: ja, Innovation vernichtet Arbeitsplätze. Selbstfahrende Autos werden Taxi- und Lastwagenfahrer überflüssig machen. Roboter werden viele Berufe übernehmen, die heute von Menschen gemacht werden, und Roboter werden sie schneller und besser machen.

Der amerikanische Radiosender NPR hat basierend auf Daten der Oxford-Universität einen Online-Rechner bereit gestellt, der zeigt mit welcher Wahrscheinlichkeit der eigene Job gefährdet ist. Neben den bereits erwähnten Chauffeurberufen sind ebenso (und doch nicht so überraschend) hochqualifizierte Berufe wie Steuerberater oder Flugzeugmechaniker von der Automatisierung betroffen. Alle Aufgaben die irgendwie repetitive sind werden früher oder später von Maschinen übernommen werden können.

Und das sollte nicht überraschend kommen, verschwanden doch bereits in der Vergangenheit viele Berufsfelder oder wurden durch Maschinen ersetzt. Man erinnere sich nur an dieselbe Diskussion zu Computern vor 20 oder 30 Jahren. Was tatsächlich passierte ist dass viele neue Berufszweige geschaffen wurden. Irgendjemand musst Computer bauen, programmieren, warten, und bedienen. Und es entstanden dank Computertechnologie neue Möglichkeiten in anderen Berufszweigen, die neue Qualifikationen erforderten. Weiterlesen Innovation: Jobkiller oder nicht?

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Was wir von Googles Alphabet-Firmenstruktur lernen können

Vor ein paar Wochen übernahm Google kurzfristig Apple als das wertvollste Unternehmen. Wie gelang Google das? War ein neues Produkt herausgekommen? Hatte Apple einen drastischen Fauxpas begangen? Die Antwort ist etwas komplexer und dazu müssen ausholen und die Hintergründe für die Googles neue Firmenstruktur betrachten.

Im vergangenen August überraschte Google mit der Ankündigung das Unternehmen weiträumig umzustrukturieren. Eine Holding namens Alphabet unter der Leitung von Larry Page wurde geschaffen, unter der Google eine von mittlerweile elf Einheiten ist. Neben Google (mit neuem CEO) zählen dazu unter anderem: Weiterlesen Was wir von Googles Alphabet-Firmenstruktur lernen können

Deutsche Leadership-Angst, Technologieverliebtheit und fehlendes Benchmarking

Welche Hauptunterschiede sieht Dirk Kanngießer, Geschäftsführer des German Accelerators hinsichtlich der Erwartungen und der Mentalität zwischen deutschen Unternehmen und dem Silicon Valley? Im zweiten Teil eines längeren Gesprächs äußert er sich über Start-ups, den Mittelstand und die zukünftige Entwicklung.

Start­ups

Start-up-Gründer haben nach Dirks Meinung in Deutschland zu wenig Möglichkeiten, sich mit Sparringpartner zu profilieren und entsprechende Benchmarks zu entwickeln. Im Silicon Valley seien Gründer so stark selbst ein Teil des Ökosystems, dass sie hier das erste Mal in die Lage versetzt werden, den eigenen Markt so richtig tief zu durchdringen. Es reiche nicht, eine Fünf-Millionen-Firma in fünf Jahren aus dem Boden zu stampfen und sich mit einem Marktanteil von einem halben Prozentpunkt zufriedenzugeben. Hier werde man gezwungen, größer und schneller zu denken und mehr zu wagen. Eine sinnvolle Marktdefinition lerne man das erste Mal hier und nicht in Deutschland, wo man eher in seinen Markt und die ersten Kunden reinstolpert. Auch stellten Gründer schnell fest, dass sich hier schon andere Marktteilnehmer und ähnliche Start-ups um dasselbe Thema kümmern. In Deutschland haben viele Start-ups gute Idee, aber sie denken, dass sie damit ganz alleine sind. Dann überzeugen sie ihr Ökosystem von der Einzigartigkeit der Idee. Ganz im Gegensatz zum Silicon Valley, wo man nicht an Einzigartigkeit glaube, dafür aber an den großen Markt und das Denken im großen Maßstab und dass man möglichst schnell den Markt besetzen muss. Weiterlesen Deutsche Leadership-Angst, Technologieverliebtheit und fehlendes Benchmarking

Innovation floriert gerade wegen Einschränkungen und begrenzten Ressourcen

Der Aufsichtsratsvorsitzende eines deutschen Internetunternehmens fühlte sich sichtlich unwohl in seiner Haut. Auf Besuch im Silicon Valley verfolgte er unsere Präsentationen zu den Mentalitätsunterschieden zwischen Silicon Valley und Deutschland und wand sich dabei auf seinem Stuhl. Den ganzen Vortrag über konnten er und seine Manager sich nicht zurückhalten und kommentierten unsere Ausführungen mit Sätzen wie: „Also, mit so einem Vertragswerk aus den USA werden wir in Deutschland nicht weiterkommen.“, „Die Qualität aus USA kann man aber eintüten.“, „Schön und gut, aber das wird beim Betriebsrat nicht durchgehen.“

Die zehnköpfige Gruppe war zu einer einwöchigen Tour zu Besuch, um besser zu verstehen, was das Silicon Valley anders macht, das deutsche Unternehmen alt aussehen lässt, und was man daraus auf europäische Verhältnisse übertragen könnte. Stattdessen fühlte sich die Gruppe bemüßigt, Deutschland verteidigen zu müssen. Einerseits war man zu Recht stolz, dass das deutsche Ingenieurwesen mit seinen Produkten nach wie vor Weltmarktführer war, andererseits war man sich schmerzhaft bewusst, dass viele der neuesten Innovationen vorwiegend aus dieser Region an der US-Westküste zu kommen schienen. Weiterlesen Innovation floriert gerade wegen Einschränkungen und begrenzten Ressourcen

Fallbeispiel: mytaxi versus Uber

Am Beispiel der Fahrdienstanbieter mytaxi und Uber lässt sich sehr schön darstellen, wie viel dynamischer ein Silicon-Valley- Start-up vorgeht und vorgehen kann. Beide Start-ups wurden 2009 gegründet, aber sowohl ihre Ausgangspunkte als auch deren Entwicklung zeigen deutliche Unterschiede auf.

Das Hamburger Start-up mytaxi wurde im Juni 2009 mit der Absicht gegründet, Fahrgästen über eine App ein Taxi zu bestellen. Und für deutsche Start-up-Verhältnisse ist das auch eine wahre Erfolgsgeschichte. Bis 2012 wurden insgesamt 13 Millionen Euro an Venture-Kapital durch T-Ventures und Daimler aufgestellt, in einer weiteren Investmentrunde nochmals eine nicht genannte Summe, bevor mytaxi 2014 von Daimler endgültig geschluckt wurde.

Uber wurde 2009 als Limousinenservice gegründet, damit ‚Schnösel’ – wie die Uber-Gründer es waren – stilecht zu Partys auffahren konnten. Sehr rasch erkannte man aber das Potenzial und weitete das Angebot vom reinen ,Schnöselservice’ zu an- deren Fahrdienstleistungen aus. Von kleineren Fahrzeugen für Fahrgäste bis hin zu Lieferservices reicht heute die Angebotspalette. Bevor man sich’s versah, machten die Uber-Fahrer den Taxifahrern Konkurrenz. Und Uber-Investoren belohnten den Erfolg mit Investitionen, die in einem Dutzend Investmentrunden bis Januar 2016 elf Milliarden Dollar einbrachten. Weiterlesen Fallbeispiel: mytaxi versus Uber

Wird Innovation durch den Führungsstil beeinflußt?

Wie wichtig ist der Führungsstil für Innovation? Dieser Frage gingen Jeff Dyer, Hal Gregersen und Clayton Christensen nach. Sie entdeckten bestimmte Verhaltensmuster, die innovativen Unternehmensleitern eigen ist.

„Innovative Unternehmer verbringen 50 Prozent mehr Zeit als nicht-innovative CEOs mit Entdeckungsaktivitäten wie Hinterfragen, Beobachten, Experimentieren und Netzwerken. Sie sind aktiv damit beschäftigt, Dinge zu nden, die verbesserungswürdig sind.“

Einen ganzen Tag pro Woche mehr verbringen sie mit Entdeckungsaktivitäten. Traditionelle Manager hingegen fokussieren sich auf Ausführungsaktivitäten: Analyse, Planung, detailorientierte Implementierung und disziplinierte Durchführung. Innovative Unternehmen werden fast immer von innovativen CEOs geführt. Wenn Innovation gefordert ist, dann müssen die Topmanager kreative Fähigkeiten haben. Weiterlesen Wird Innovation durch den Führungsstil beeinflußt?

Innovationszivilisation: Was Außerirdische und Innovatoren gemeinsam haben

Vor einigen Monaten erregte eine Nachricht über merkwürdige Effekte in einem 1.480 Lichtjahre von der Erde entfernten Sonnensystem das öffentliche Interesse. Der Stern KIC 8462852 zeigte unregelmäßige und starke Lichtschwankungen, sodass manche Astronomen über eine von einer außerirdischen Zivilisation errichtete Dyson-Sphäre spekulierten. Eine Dyson-Sphäre ist vergleichbar mit Solarzellen, die die Nutzung der Energie des Sterns im eigenen Solarsystem ermöglicht. Aber nicht im beschränkten Ausmaß, wie wir das kennen, sondern indem diese Solarzellen um den Stern herum aufgerichtet werden. Mit seinen bis zu 20 Prozent Schwankungen in der Lichtintensität bei besagtem Stern gibt es Spekulationen, dass es sich um eine Zivilisation des zweiten Typus gemäß der Kardaschow-Skala handeln könnte.

Der russische Astronom Kardaschow schlug eine Kategorisierung von Zivilisationen gemäß ihrer Fähigkeit, Energie zu produzieren, vor. Eine Zivilisation von Typ I kann die gesamte Energie des Heimatplaneten nutzen, Typ II die Energie des eigenen Zentralsterns und Typ III die Gesamtenergie der eigenen Galaxie. Wir selbst sind auf dem besten Weg, von einer Typ-0- zu einer Typ-I-Zivilisation zu werden und die gesamte Energieleistung der Erde zu nutzen.

Mit Innovation können wir eine ähnliche Klassifizierung von Innovationsleistung erstellen. Weiterlesen Innovationszivilisation: Was Außerirdische und Innovatoren gemeinsam haben

Wie man sich auf einen Silicon-Valley-Besuch vorbereiten sollte

Bei europäischen Unternehmen und Behörden ist es gerade sehr en vogue ins Silicon Valley zu kommen um zu verstehen wie es funktioniert. Wie machen die hier bloß Innovation? Wie schaffen sie all diese Unternehmen? Und wieso kriegen wir das in Europa nicht so hin? Und diese Fragen sind gut so und wichtig, dass man sie stellt und zu erforschen sucht.

Eine Delegation umfasst dabei von einem kleinen Team einer handvoll Executives bis hin zu Delegationen mit mehreren dutzend Teilnehmern. Vom Minister abwärts bis hin zum Berater findet man alle Führungskräfte und Interessierte, die für einige Stunden bis zu eine ganzen Woche sich in der Bay Area tummeln und versuchen den Geist einzusaugen und konkrete Maßnahmen zu verstehen.

Jedes Monat bin ich dabei mehrmals mit Delegationen in Kontakt und habe dabei unterschiedliche Herangehensweisen bemerkt. Um einen Besuch wirklich erfolgreich zu machen, habe ich eine Reihe von Elementen identifiziert die den Besucher bewusst sein sollten um sich darauf entsprechend vorzubereiten und zu verhalten. Weiterlesen Wie man sich auf einen Silicon-Valley-Besuch vorbereiten sollte

Porträt Dirk Kanngiesser vom German Accelerator

Dirk sieht wirklich müde aus bei unserem Skype-Gespräch. Kein Wunder, er ist in Deutschland und dort ist es fast Mitternacht, als ich ihn nach einem Tag voller Behördentermine, Familienangelegenheiten und einem verspateten Flug endlich erreiche. Der gebürtige Dortmunder aus einer Kleinunterneh- merfamilie hat als Gründer und Geschäftsführer des German Accelerator einiges zu tun.

Nach dem Gymnasium studierte er zuerst Elektrotechnik und arbeitete bei Siemens in München mit dem Ziel, Berufserfahrung für den späteren Einstieg ins Familienunternehmen zu sammeln. Davon kam er aber schnell ab. Er bewarb sich an der University of Michigan in Ann Harbor zu einem MBA-Studium, das Deutschen offenstand. Als Ingenieur fand er all die Praxisanwendungen, wie sie in MBA-Programmen gang und gäbe sind, faszinierend.
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Silicon Valley Innovation für Klein- und Mittelbetriebe

Während viel über die wichtigste Innovationsregion der Welt geschrieben wird und welche Lehren wir für Startups und Großunternehmen ziehen können, haben sich bisher nur wenige Experten mit den Besonderheiten für Klein- und Mittelbetriebe auseinander gesetzt. Dabei sind gerade für die Unternehmen in deutschsprachigen Ländern interessante Schlüsse zu ziehen, auch weil viele KMBs nach wie vor von den Unternehmensfamilien geführte Betriebe sind, die sehr viel rascher und ohne lähmende Bürokratie Änderung durchsetzen oder innovative Ansätze ausprobieren können.

Egal in welcher Nische ein Unternehmen operiert, der Wandel ist in allen das Einzig sichere. Auch wenn das eigene Feld nicht direkt betroffen ist, so sind in vielen Fällen angrenzende Bereiche umso stärker betroffen, die den eigenen Betrieb beeinflussen können. Ein Beispiel ist das Verlagswesen, das direkt betroffen ist und dabei auf Logistikunternehmen abstrahlt. Wenn weniger Bücher und Zeitungen auf Papier gedruckt werden, dann wirkt sich das auf die Belieferung von Buchhandlungen und Zeitungsverkaufsstellen aus. Weiterlesen Silicon Valley Innovation für Klein- und Mittelbetriebe