Warum wir dabei scheitern Innovatoren einzustellen

Durchsucht man Stellenangebote die nach Innovationsmanagern suchen, überrascht es wie wenig Unternehmen auf diese vorbereitet sind. Es beginnt oft mit einer unklaren Stellenbeschreibung die den Begriff Innovation in merkwürdiger Weise verwenden. Die tatsächlichen Positionen gehen oft nicht über Management oder administrative Funktionen hinaus die den Status Quo zu erhalten versuchen.

Stößt man auf eine Stellenbeschreibung die tatsächlich nach einem Intrapreneur oder Innovator in der klassischen Bedeutung sucht, wartet schon das nächste Hindernis mit dem Bewerbungsformular auf einen. Diese Formulare sind für traditionelle Stellen optimiert und bieten kaum Optionen für alternative Karrierepfade an. Um dir ein Beispiel zu geben können wir auf meine eigene Karriere schauen. Obwohl ich 15 Jahre in einem großen Unternehmen verbrachte (bei SAP in Deutschland und USA) hatte ich nur zu Anfang eine Karriere die dem klassischen Modell entsprach. Zuerst begann ich als Softwareentwickler, wurde Manager, und dann wurde es interessant. Community Manager, Innovationsstratege, Gamificationdesigner, und Intrapreneur sind nur vier davon die ein klassisches Bewerbungsformular nicht als Optionen anbietet. Einige dieser Jobs hatte ich gleichzeitig.

Es wird noch verwirrender sobald ich SAP verließ und mein eigenes Unternehmen gründete. Ich wurde Startup-CEO, Startup-Gründer, ich bin Vortragender auf Konferenzen, Mentor und Berater für Startups, ich arbeite als Trainer, organisiere meine eigenen Konferenzen und Meetups, schreibe Bücher zu neuen Themen, und blogge regelmäßig. Das sind alles Jobs die eindeutig Eigeninitiative, handeln und Leidenschaft anzeigen.

Aber keiner diese Jobs wurden in den Auswahllisten  der standardisierten Online-Bewerbungsformularen angeboten. Ich erinnere mich ganz konkret an das Beratungsunternehmen Deloitte das solche Formulare einsetzte. Ich konnte nicht einmal das Formular abschicken, ohne alle irregulären Jobrollen zu löschen. Man konnte über 3.000 Jobrollen in der Auswahlliste finden, aber keine war auch nur irgendwie so etwas wie Startupgründer, CEO, oder Mentor. Auch wenn der momentane Einstellungsprozess dabei hilft traditionelle Stellen zu besetzen, so ist er doch außergewöhnlich schlecht für Jobs im 21. Jahrhundert geeignet. Corporate Entrepreneure die man einstellen will haben oft nicht-traditionelle Karrieren hinter sich, die Dinge gern in die eigenen Hände nehmen. Management hat es oft schwer mit solchen Mitarbeitern, weil die klassischen Belohnungs- und Managementmodelle Intrapreneure eher daran hindern ihr Potenzial zu errichten.

Ehemalige Startupgründer einzustellen kann benötigtes unternehmerisches Denken in ein Unternehmen bringen, aber heute machen es die Unternehmen ihnen nicht einfach. Die Personalabteilungen sind unvorbereitet um solche Kandidaten zu evaluieren und ihnen entgeht dabei die Möglichkeit das Unternehmen mit den notwendigen Talenten und Fähigkeiten auszustatten, die in einem sich immer schneller ändernden Umfeld benötigt werden.

Dieser Beitrag erschien auch in English auf Enterprise Garage.

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