Innovationsprämie im Vergleich mit deutschen Automobilbauern

Wie misst man Innovation in einem Unternehmen? Zeitschriften und Beratungsunternehmen versuchen in jährlichen Ranglisten diese Fragestellung zu beantworten. Dabei werden die Forschungsausgaben der öffentlich notierten Unternehmen herangezogen, Umfragen durchgeführt, oder andere Daten analysiert. Die Ergebnisse sind oft fragwürdig. So zum Beispiel wird Volkswagen mit Forschungsausgaben in der Höhe von 15 Milliarden Dollar als Nummer 1 von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers gelistet.

Andere Listen basieren wiederum auf Umfragen unter leitenden Managern. Solche Aufstellungen ähneln mehr einem Beliebtheitswettbewerb für vergangene Leistungen. Aber wie berechnet man die Innovationskraft eines Unternehmens besser? Das ist was die Ökonomen Jeff Dyer, Hal Gregersen und Clayton Christensen in ihrem Buch The Innovator’s DNA untersuchten. Sie zogen den Aktienkurs von an der Börse gehandelten Unternehmen heran und verglichen ihn mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen.

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Reichweitenangst mit Bertha Benz

Hundertschaften von Kutschenbauern und Pferdezüchtern liefen dieser unbelehrbaren Frau hinterher, die glaubte mit diesem merkwürdigen Gefährt die unglaubliche 106 Kilometer lange Strecke von Mannheim nach Pforzheim zu schaffen.

Mit dem kommt sie niemals so weit, ausgeschlossen!“ und „Das Tanken ist zu aufwendig. Pferdestationen gibt’s überall und in fünf Minuten sind frische Pferde vorgespannt! Benzin gibt’s wenn dann nur in Apotheken, und bis man dem Apotheker erklärt hat, wozu man das braucht und dann diese eklige Flüssigkeit endlich im Auto hat, vergeht zu viel Zeit, und die haben die Reisenden nicht!

All das riefen sie der Verrückten auf dem Dampfwagen nach. Oder doch nicht?

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China: Ist es unethisch, wenn Deutsche Unternehmen dort produzieren?

Das Internet der Dinge (IoT) hat die Nachfrage nach Elektronik neu beflügelt. Es gibt einen regelrechten Boom an IoT-Startups. In einem Gespräch vor einiger Zeit mit einer Flextronics-Mitarbeiterin, die in der Leitung des firmeninternen Akzeleratorprogramms arbeitet, zeigte sie mir eine Übersicht an IoT-Startups im Silicon Valley, die sie neun Monate vorher zusammengestellt hatte. In der Liste waren 100 Startups aufgezählt. Zwischenzeitlich erhöhte sich Zahl auf über 900.

Es gibt mehrere Gründe warum es zu solch einem Boom gekommen ist. Zuerst mal ist die Herstellung von leistungsfähiger Elektronik für kapitalarme Startups erschwinglicher geworden. Ebenso sind plötzlich Sensoren jeder Art verfügbar, mit denen neue Daten gesammelt und für verschiedenste Anwendungszwecke eingesetzt werden können. Große Datenmengen können dank leistungsfähiger und günstiger Rechner gut und rasch verarbeitet werden, um Sinn aus den Daten zu machen. Und Dank der weit verbreiteten Smartphones und WLANs kann das elektronische Gerät auch rasch mit diesen verbunden werden.

Ein österreichischer Startup-Gründer zeigte mir kürzlich sein Produkt, das er auf den Markt bringen wollte. Während er es mir vorführte bemerkte er auch mit Bestimmtheit, dass es er aus ethischen Gründen in Europa fertigen lassen will. Das ist zwar löblich, aber nicht unbedingt der weiseste Weg. Nicht immer ist eine Fertigung in Europa automatisch ethischer, gerechter, oder schafft Arbeitsplätze. Die Kosten können so orbitant werden, dass das eigene Startup nie über einen Prototypen rauskommt oder das Produkt potenziellen Kunden einfach zu teuer wird.

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Erste Bilder aus der Tesla Gigafactory 1

Um Elektrofahrzeuge für den Massenmarkt tauglich zu machen, müssen die Batterien in erschwingliche Preisregionen kommen. In Teslas Model S veranschlagt die Batterie alleine €15.000. Das mag bei einem Fahrzeug das €70.000 und mehr kostet gehen, nicht aber bei einem das um die €35.000 liegen soll, wie es beim für 2016 angekündigten Tesla Model 3 der Fall sein soll.

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Tesla macht Verlust – und warum das momentan gut ist

„Aber Tesla macht doch keinen Gewinn. Gerade haben sie massive Verluste bekannt gegeben!“ Das süffisante Grinsen des Managers einer deutschen Firma weicht rasch dem ungläubigen Staunen „Und trotzdem stieg der Börsenkurs und ist auf hohem Niveau, das verstehe mal einer.“

Es stimmt, Tesla verliert Mitte 2015 pro verkauftem Model S an die 4000 Dollar, wie eine Reuters-Schlagzeile berichtete. In normalen Unternehmen würde das sofort zu radikalen Sparmaßnahmen, einer Umstrukturierung, Entlassungen oder vielleicht gar der Einstellung der verlustbringenden Sparte folgen. Tesla ist aber kein normales Unternehmen, das Produkt ebenso nicht, und der Automobilmarkt steht vor einem dramatischen Umbruch. Deshalb treten andere Regeln in Kraft, die außerhalb des Silicon Valley nur schwer verständlich sind.

Deutsche Startups die über das German Accelerator-Programm des Wirtschaftsministeriums (bei dem ich einer der Mentoren bin) für drei Monate nach Palo Alto kommen, berichten bei ihren Präsentationen oft stolz dass sie bereits profitabel sind. Für die hiesigen Investoren ist das ein schlechtes Zeichen. Das bedeutet, dass das Startup nicht genug Aufwand treibt um das Unternehmen zu vergrößern und den Markt zu besetzen bevor mögliche Mitbewerber eintreten und den Markt streitig machen.

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Wie kann die Regierung eine Startupkultur fördern?

Welche konkreten Maßnahmen gibt es, die Regierung und Behörden eines Landes vornehmen können, um eine Startupkultur zu fördern? In diesem Beitrag schauen wir uns einige Vorschläge an und verweisen auch auf den Volkswagenskandal, der einer Startupkultur in Deutschland gewaltigen Anschub geben könnte.

Zuerst einmal gibt es einige offensichtliche und bereits oft erwähnte Maßnahmen:

  • mach es einfach ein Unternehmen zu gründen
    (online, keine oder niedrige Gebühren, Ausschaltung von aufgezwungenen Zwischenverdienern wie Notaren oder Rechtsanwältem, niedrige oder keine Stammkapitalanforderungen)
  • Steuerbefreiungen für Startups und Investoren
  • ein Insolvenzgesetz das einen gescheiterten Startupgründer nicht auf Jahre hinaus zu einem rechtlichen Außenseiter macht, sondern einen raschen Neustart erlaubt
    (Hinweis: Scheitern ist eine Grundvoraussetzung fürs Lernen; Gehen lernen ist von oftmaligem Hinfallen begleitet)
  • Schaffe ein Programm mit dem vielversprechende Startups in Silicon Valley Akzeleratoren und ähnliche Innovationsregionen reinschnuppern können, ohne dabei den Ausverkauf an das Ausland zu befürchten; tatsächlich haben andere Länder (Israel, Ungarn) vorgezeigt, dass Startups die erfolgreich in USA sind dem Heimatstandort auch dienen, indem die R&D-Niederlassung daheim auch mitwächst

Und dann gibt es einige weniger offensichtliche Maßnahmen, die auch immense Breitenwirkung haben können.

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Selbstfahrende Autos selbst programmiert

Wie schwer ist es eigentlich ein fahrerloses Auto zu programmieren? Will man dem deutschen Spezialisten für Roboter und Künstliche Intelligenz Sebastian Thrun Glauben schenken, eigentlich gar nicht so sehr. Sebastian Thrun, der die DARPA Grand Challenge 2005 – einem Wettbewerb für fahrerlose Fahrzeuge – mit dem Fahrzeug Stanley gewann und anschließend für Google die Self-driving Car Gruppe aufbaute und leitete, hat bereits im Jahr 2011 einen Einführungskurs für Künstliche Intelligenz für Roboter mit dem Schwerpunkt auf selbstfahrende Fahzeuge online veröffentlicht. Der Gratiskurs geht in sechs Unterrichtseinheiten auf die Mathematik und den Softwarecode ein, der einem selbstfahrenden Fahrzeug zugrunde liegt.

Und die Grundlagen sind überraschend einfach, zumindest wenn man ein bisschen mit Programmierung vertraut ist und Oberstufenmathematik durchgemacht hat. Was hilft ist, dass Sebastian Thrun den Kurs auch sehr anschaulich aufgebaut hat. In den insgesamt sechs Unterrichtseinheiten wird auf die folgenden Fragestellungen eingegangen:

Fragestellungen

Wo bin ich? Die fundamentale Frage die sich ein Vehikel stellen muss ist wo es sich denn überhaupt befindet. Natürlich hilft das Global Positioning System (GPS) dabei den Punkt auf der Erde festzustellen auf dem es sich befindet, aber die Genauigkeit liegt nur zwischen zwei bis zehn Metern, was für eine Fahrt auf Straßen zu ungenau ist. Dort benötigt man eine Genauigkeit von weniger als zehn Zentimetern. Deshalb muss das Fahrzeug anhand von Merkmalen in der Umgebung erkennen, wo es sich befindet oder befinden könnte.

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Innovation durch Makerspaces

Auch wenn viele Startups rein digitale Technologien verwenden, und nicht mehr als einen Computer und einen Internetzugang benötigen, sehen wir in den letzten Monaten einen wahrhaften Boom an Hardware-Startups. Betrachten wir dazu nur mal ein paar Kickstarterprojekte zu Lampen, die erfolgreich hunderttausende Dollar eingenommen haben.

Lumio – eine ausklappbare Lampionartige Lampe in Buchform – erhielt über $500.000. Lampster – eine roboterförmige Lampe im Retrostil – erhielt $1,3 Millionen, und das Kickstarterprojekt eines Wiener Startups namens Fluxo lag bei Halbzeit bei über $280.000.

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Deutsche Innovationsprobleme erklärt anhand von Porsche und Tesla

Deutsche Automobilhersteller stehen seit einiger Zeit unter Druck, und zwar von ungewohnter Seite. Nicht die üblichen Mitbewerber setzen ihnen zu, sondern Neueinsteiger, die mit voller Kriegskasse und Ideen Märkte überrollen und traditionelle Konzepte alt aussehen lassen sind es.

Die jüngste Ankündigung von Porsche bis Ende des Jahrzehnts einen elektrisch betriebenen Viersitzer anzubieten, zeigt unter welchem Zugzwang Porsche steht. Porsche hat angekündigt €700 Millionen im Stammsitz Zuffenhausen zu investieren um die Produktion vorzubereiten. Sieht man auf die Leistungskennzahlen, die der reine Elektro-Porsche bringen soll, dann klingen sie auf den ersten Blick überzeugend. Das Fahrzeug soll eine Reichweite mit einer Batterieladung von 500 Kilometern haben, die Elektromotoren sollen eine Leistung von 440 kw / 600 PS und damit in unter 3,5 Sekunden von 0 auf 100km/h beschleunigen können. Und die Batterie soll mit eigenen Ladestationen bereits nach 15 Minuten wieder auf 80% der Ladung sein.

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Warum wir dabei scheitern Innovatoren einzustellen

Durchsucht man Stellenangebote die nach Innovationsmanagern suchen, überrascht es wie wenig Unternehmen auf diese vorbereitet sind. Es beginnt oft mit einer unklaren Stellenbeschreibung die den Begriff Innovation in merkwürdiger Weise verwenden. Die tatsächlichen Positionen gehen oft nicht über Management oder administrative Funktionen hinaus die den Status Quo zu erhalten versuchen.

Stößt man auf eine Stellenbeschreibung die tatsächlich nach einem Intrapreneur oder Innovator in der klassischen Bedeutung sucht, wartet schon das nächste Hindernis mit dem Bewerbungsformular auf einen. Diese Formulare sind für traditionelle Stellen optimiert und bieten kaum Optionen für alternative Karrierepfade an. Um dir ein Beispiel zu geben können wir auf meine eigene Karriere schauen. Obwohl ich 15 Jahre in einem großen Unternehmen verbrachte (bei SAP in Deutschland und USA) hatte ich nur zu Anfang eine Karriere die dem klassischen Modell entsprach. Zuerst begann ich als Softwareentwickler, wurde Manager, und dann wurde es interessant. Community Manager, Innovationsstratege, Gamificationdesigner, und Intrapreneur sind nur vier davon die ein klassisches Bewerbungsformular nicht als Optionen anbietet. Einige dieser Jobs hatte ich gleichzeitig.

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