Wie ziehe ich ins Silicon Valley?

Vor vielen Jahren versuchte ein Studienkollege, einen Job im Silicon Valley zu angeln. Er sandte all seine Bewerbungsschreiben an diverse Recruiter und Personalabteilungen, alles ohne Erfolg. Schon damals, Anfang der 1990er Jahre, hatte die Region zwischen San Francisco und San José diese magische Ausstrahlung. Nur hießen damals die Unternehmen Atari und General Magic, heute sind es Google, Apple oder Tesla.

Nichts hat sich an der Anziehung des Silicon Valley geändert und ich plaudere immer wieder mit Start-Up-Gründern und anderen Motivierten, wie man denn ins Silicon Valley kommen könne. Hier ist eine Übersicht zu Vorgehensweisen, die ich empfehle. Welche davon ausgewählt wird, ist immer von der jeweiligen persönlichen Situation abhängig.

Bevor man den großen Sprung macht, Sack und Pack schnappt, und sich herüber verpflanzt, empfehle ich, sich mal die Auszeit zu nehmen und auf ein bis drei Monate herzukommen und in das Ökosystem einzutauchen. Mit einem regulären Touristenvisum wie es zwischen EU und USA möglich ist, kann man 90 Tage bleiben (bitte immer die aktuellen Visumsabkommen aus dem jeweiligen Herkunftsland konsultieren).

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Warum sich Leute im Home Office trotzdem schick machen

Nachdem in heimischen Gefilden in den vergangenen Jahren viel über digitale Transformation geredet und wenig getan wurde, untergehen plötzlich alle einem Schnellkursus. Dank Coronavirus und Ausgangssperren lernen sowohl die Erwachsenen als auch die Kinder, wie sie mittels digitaler Werkzeuge von zuhause arbeiten oder die Schule besuchen können.

Ich muss gestehen, ich war ja etwas erstaunt, als ich die vielen Meldungen auf sozialen Medien von Bekannten und Freunden in Europa sah, die alle aufmunternde Worte und Erfolgsgeschichten zu ihren ersten virtuellen Teammeetings per WebEx, Zoom, Skype, Google Hangout, Microsoft Teams und ähnlichem posteten. Seit ich 2001 ins Silicon Valley gezogen bin, waren virtuelle Meetings und Telefonkonferenzen fixer Bestandteil meines Alltags. Nur so konnte ich mich mit den KollegInnen auf der anderen Seite des Globus koordinieren. Und dann schien das im Jahr 2020 vielen, die so gerne das Schlagwort ‚digitale Transformation‚ herum geschmissen hatten, eine völlig neue Erfahrung zu sein.

Büro versus Home Office

Da ich seit einigen Jahren selbständig bin, ist mein Büro nicht mehr an ein Bürogebäude gebunden. Ich kann einfach zu meinem Schreibtisch daheim wandern, oder ins nächstgelegene Café, und dort meinen Arbeitsplatz aufschlagen. Ich bezeichne mich da weniger als den Heimarbeiter, als vielmehr den Kaffeehausliteraten.

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Coronavirus und der Moment das bedingungslose Grundeinkommen einzuführen

Wie viele Menschen im Prekariat leben, also unter prekären wirtschaftlichen und finanziellen Situationen, enthüllen schonungslos die Maßnahmen, die aktuell Regierungen in aller Welt einsetzen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Ausgangssperren, Zwangsschließungen von Geschäften, Restaurants und Veranstaltungslokalen, sowie Grenzsperren und Reisebann behindern das wirtschaftliche Leben massiv. Und damit auch die finanzielle Situation vieler Menschen, die auf dieses Einkommen angewiesen sind.

Ich selbst bin Selbständiger, als Autor, Vortragender und Gastgeber von Delegationen auf Besuch im Silicon Valley tätig, und mein Einkommen brach durch abgesagte Veranstaltungen und Reisen in den letzten Tagen massiv ein. Da die Dauer der Situation unvorhersehbar ist, und selbst nach Aufhebung der Sperren es einige Zeit dauern wird, bis wieder der Vollbetrieb laufen wird, weiß ich auch noch nicht, wie stark mein eigenes Einkommen in diesem Jahr leiden wird.

Prekariat

Die Situation für viele andere ist aber schlimmer. Künstler, die von Auftritten leben, können nun nicht vor Publikum spielen und haben keine Gage. Ladeninhaber haben keine Kundschaft mehr und damit leere Kassen. Auf Stundenbasis entlohnte Zeitarbeiter, die ihre Arbeit nicht von zuhause erledigen können, stehen ohne Einkommen da. Deren Situation wird prekär.

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Unsterblichkeit dank virtueller Realität?

Vor einigen Jahren spielte eine Freundin in einem Theaterstück die Hauptrolle einer Witwe, deren Ehemann vor seinem Tod sein Gehirn auf einen Computerchip hochgeladen hatte. Damit blieb er auch lange nach seinem Tod im Leben seiner Frau und Kinder präsent. Was der Verstorbene dabei zu berücksichtigen vergessen hatte, war, dass seine Familie älter wurde. Seine Kinder wuchsen heran, wurden Teenager und Erwachsene. Für seine Frau ging das Leben weiter, sie suchte sich einen neuen Partner. Nur der Ehemann, auf ewig eingefroren auf dem KI-System – änderte sich nicht. Konflikte waren somit vorprogrammiert und die Lage spitzte sich zu, bis die Familie nur mehr eine Möglichkeit sah: die Maschine abzuschalten und damit den verstorbenen Vater und Ehemann endgültig auszulöschen.

Der Wunsch nach Unsterblichkeit bewegt die Menschheit seit Anbeginn der Zeiten, und er ist verständlich. Religionen bedienen dieses Wunsch nach dem Weiterleben einer Seele nach dem Tod oder der Wiedergeburt oder Wiederauferstehung. Seancen mit Geisterbeschwörern oder Priester, die den Kontakt aufrecht erhalten sollten, hat immer eine willige Klientel.

Mit neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz oder virtueller Realität, treten wir in eine neue Phase ein, wo wir dem Wunsch nach Unsterblichkeit oder dem Kontakt mit Verstorbenen (etwas) näher kommen. Ein berührendes Beispiel kommt dieser Tage aus Korea.

2016 starb Nayeon, die damals siebenjährige Tocher von Jang Ji-sung, an einer unheilbaren Krankheit. Drei Jahre später stellte ein Fernsehsender Ausschnitte aus einer Dokumentation vor, in der Jang mit ihre Tochter virtuell vereint wurde.

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The Innovator’s Dilemma Clayton Christensen ist von uns gegangen

Manch Innovationsmanager oder Vortragender, der den Begriff „disruptive Innovation“ verwendet, wird es nicht wissen, aber dieser Begriff wurde von Harvard-Professor Clayton Christensen gemünzt.

In meinen Büchern, die sich viel mit Innovation, Disruption und menschlichen Verhaltensweisen beschäftigten, verwies ich immer wieder auf Christensens Werke und Ergebnisse. Jedes seiner Bücher waren Pflichtlektüre für mich.

Diese Woche ist Clayton Christensen 67-jährig von uns gegangen und ich wollte drei Videos von ihm teilen, die einen tollen Überblick über seine Herangehensweise und sein Menschenverständnis zeigen.

Das erste Video ist über den Job, den ein Milchshake macht und für den er „angeheuert“ wird.

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Auch Statuen brauchen Ressourcen

Daran gedacht hatte ich lange, aber im Dezember 2019 war es dann soweit. Ich stieg in den Flieger nach Südamerika und machte mich auf den Weg zur Osterinsel. Das bemerkenswerteste an der Insel, die mehrere tausend Kilometer vom nächsten Festland mitten im Pazifik liegt, sind die als Moai bekannten Steinstatuen. Fast 900 Statuen sind über die ganze Insel verstreut und wurden über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren auf Plattformen errichtet. Warum, weiß man heute nicht mehr so genau. Vermutet wird, dass sie sowohl religiösen Charakter hatten, in denen sich die Seelen der Vorahnen vereinten und die den Einwohnern Schutz geben sollten, aber auch deren Zahl scheinbar auch durch einen Wettbewerb zwischen den gut einem dutzend verschiedenen Einwohnergruppen (Clans) angefacht worden waren.

Die Osterinsel ist vulkanischen Ursprungs, insgesamt drei Vulkankegel begrenzen die Insel. Der erste brach vor drei Millionen Jahren aus, letzte aktive Vulkan erlosch vor 10.000 Jahren. Aus dem vulkanischen Material sind auch die Statuen und deren Aufsatz geschnitzt. Letzterer, der aus einem rötlichen Vulkanmaterial vom Südende der Insel stammt, ist kein Hut, sondern ein Haarknoten, auch als Pukao bekannt. Weiterlesen Auch Statuen brauchen Ressourcen

Natürliche Dummheit

Hat man Schwierigkeiten, einen Begriff oder eine Situation zu definieren, dann kann die Betrachtung und Definition des Gegenteils hilfreich sein. In Workshops mit Unternehmen, die sich darüber Gedanken machen, wie sie sich für die Zukunft rüsten sollen, liefern folgende Fragen viele neue Denkansätze und Erkenntnisse: „Was wäre, wenn wir mit unserem wichtigsten Produkt kein Geld mehr verdienen würden?“ oder „Würde es auffallen, wenn es uns nicht mehr gäbe?“ oder „Wir würden wir unseren Kunden das Leben am schwersten machen?

Stellen wir uns also doch folgende Frage: Was ist das Gegenteil von Intelligenz?

Dummheit.

Schon Amos Tversky, der Kognitionswissenschaftler, Stanford-Professor und Forschungspartner von Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman war, witzelte: Weiterlesen Natürliche Dummheit

Alphatiere auf Safari?

Vor mehr als drei Jahren betiteltet Die Welt die Besuche deutscher Vorstandsetagen im Silicon Valley mit Alphatiere auf Safari. Die Manager ließen sich hier die Zukunft zeigen, man schmücke sich mit Namen wie Facebook, Apple und Google und eigentlich sei das Silicon Valley so etwas wie der „Ballermann der Tech-Szene“ geworden.

Und in gewisser Weise hat der Artikel ja recht mit seiner Kritik.  Nicht immer sind die Besuche effektiv oder können aus mehreren Gründen nicht wirklich in die Tiefe gehen. Sie geben aber zumindest immer einen gewissen Einblick, der vielleicht dazu beitragen kann, sich selbst besser für die Zukunft aufzustellen.

Ich selbst sehe generell jeden Besuch als etwas Positives. Es kostet Überwindung, sich aus seiner Komfortzone zu bewegen und sich für ein paar Tage teilweise sehr provokanten Ideen und Aussagen auszusetzen, und beinahe schon mit teils neuen, teils unverständlichen Begriffen und Konzepten über- und gefordert zu werden. Weiterlesen Alphatiere auf Safari?

Treiber und Annahmen mit der STÖÖP-Methode identifizieren

Keine Sorge, es gibt keine Notwendigkeit, den Teesud zu lesen oder in die Kristallkugel zu schauen. Die Zukunft ist nämlich überraschend gut vorhersagbar. Wenn wir Signale und Trends identifizieren, die Bausteine heranziehen, und sie mit Treibern, Annahmen und Motivationsfaktoren kombinieren, dann können wir recht überzeugende und interessante Szenarien erstellen, die uns helfen, heute besser Entscheidungen zu treffen.

Eine dieser Methoden nennt sich STÖÖP, oder kurz für Soziale, Technologische, Ökonomische, Ökologische und Politische Treiber und Annahmen. Arbeitsgruppen in einer Foresight Strategie zählen sie auf und priorisieren sie. Die Reihenfolge basiert dabei auf zwei Kriterien: Weiterlesen Treiber und Annahmen mit der STÖÖP-Methode identifizieren

Von Intelligenzräumen und menschenähnlicher Intelligenz

Glaubt man dem gängigen Narrativ in den Medien, Hollywood-Filmen und der heutigen populärwissenschaftlichen Literatur, dann steht uns mit künstlicher Intelligenz (KI) die Apokalypse bevor. Der Terminator und die Superintelligenz werden uns bald vernichten oder zumindest versklaven. KI wird smarter sein als wir, und mit ihr werden wir unsere letzte Erfindung geschaffen haben.

Auf der einen Seite trauen wir Menschen uns zu, so klug zu sein, dass wir eine Superintelligenz schaffen können, gleichzeitig  sind wir aber so dämlich, dass wir sie nicht testen und ihr Einhalt gebieten können.

Nun, Superintelligenz wird etwas sein, was wir in unsere Lebenszeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht erleben werden. Und sie wird vermutlich ganz anders aussehen, als wir uns vorstellen können. Ein Fehlschluss ist bereits, dass wir solche Allgemeinen Generellen Intelligenz (AGI) immer mit menschlicher Intelligenz vergleichen und gleichsetzen. Dabei haben wir selbst schon mal Schwierigkeiten zu definieren, was denn Intelligenz überhaupt ist, und welche wir Menschen eigentlich haben. Ganz zu schweigen von der Intelligenz der Tierwelt.

Dabei haben wir Intelligenz über die Zeiträume immer anders definiert. Eine KI wird dann intelligent sein, wenn sie den Schachweltmeister besiegt. Tja, und sobald sie es schaffte mit Deep Blue gegen Garri Kasparow im Jahr 1997, definierten wir sie rasch um, den das „Brute Force“-Computing sahen wir nicht wirklich als intelligent an. Und die nächste Stufe – eine KI die einen Go-Weltmeister besiegen kann – war dann wiederum nur von Wahrscheinlichkeiten geprägte Algorithmen, also auch nicht wirklich was wir als Intelligenz verstehen wollen. Weiterlesen Von Intelligenzräumen und menschenähnlicher Intelligenz