Silicon Valleys Antikes Vibratormuseum

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In einem Hinterzimmer eines Sexartikelgeschäfts liegt auf der Polk-Street in San Francisco ein Schatz an merkwürdigen Maschinen. Nicht unweit vom österreichischen Wirtshaus Leopold’s liegt Good Vibrations, das Silicon-Valley-Bewohnern ein Inbegriff ist, besteht das Leben doch aus mehr als nur Technologie und dem Eine-Delle-ins-Universum-machen.

Das ausreichend beleuchtet Hinterzimmer offenbart ein Sammlung an Vibratoren aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die weniger jugendgefährdend ist als gedacht, sind doch die meisten der Exponate für weniger lusterregende Körperstellen gedacht. Vom Haarmassierer zur Rückenmassagegerät sieht das meiste ziemlich harmlos aus, wären da nicht die abenteuerlich zumutenden Apparaturen und Designs. Man fragt sich ob nicht alleine der Anblick der Geräte zur Verspannung führte und diese erst die Verspannung hervorriefen?

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Die selbstfahrenden Ubers sind hier

Autonomer Uber Volvo

Der letzte Führerscheinneuling kommt rascher als man denkt. Rief mein Beitrag auf TechCrunch (und hier auf Deutsch) vor zwei Monaten noch ungläubiges Staunen und Reaktionen wie „nicht solange ich lebe“ hervor – und das trotz all der angeführten Fakten die mir bei der Recherche zu meinem kommenden Buch Der letzte Führerscheinneuling untergekommen sind – so werden selbst diese Szenarien von der Wirklichkeit überholt und kommen schneller im Alltag an als erwartet.

In dieser Woche überschlugen sich nämlich die Ereignisse und Meldungen zu selbstfahrenden Fahrzeugen. Am Dienstag kündigte Ford-CEO Mark Fields bei einem Besuch in Palo Alto für 2021 selbstfahrende Autos an. Und nicht nur selbstfahrende Fahrzeuge. Als erster der großen OEMs sollen bei den Ford-Fahrzeugen keine Lenkräder und Pedale drin sein. Das ist eine radikale Ankündigung und unterscheidet sich von deutschen Herstellern, die zwar auch Selbstfahr-Initiativen haben, aber noch nicht vom Lenkrad los wollen.

Kaum war diese Meldung verdaut schlägt Uber mit gleich zwei Ankündigungen zu. Zuerst kündigt man die Akquisition des gerade erst aus dem Stealth-Mode gekommenen und auf selbstfahrende LKWs spezialisierten Google-Spinoff Ot.to an (hier ein Video eines Ot.to-LKWs in freier Wildbahn in Palo Alto). Die Otto-Technologie soll übernommen und integriert werden und der Ot.to-CEO die gesamte Selbstfahrinitiative bei Uber leiten. Der Kauf des gerade mal ein paar Monate alten Start-ups soll um kolportierte 680 Millionen Dollar vor sich gegangen sein. Bei weniger als 100 Mitarbeitern und einem bisher aus Eigenmitteln finanzierten Start-up bedeutet das 7,5 Millionen pro Kopf und Nase.

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Hey Roboter, schmeiß mal den Ziegel rüber [VIDEO]

Ziegelroboter

Einen meiner Studentenjobs verbrachte ich als Bauarbeiter an einem heißen Sommer mit jugoslawischen Immigranten in der Umgebung Wiens. die erste Woche konnte ich meine Finger nicht spüren, sie fühlten sich an a;s ob sie jemand lang gezogen hatte. Das Gewicht der Mauersteine, die schweren Scheibtruhen, die Spitzhacke auf den festen Boden machten mir mehr an geistiger denn an Muskelarbeit gewohnten Studenten zu schaffen. Zwar verdiente ich gut – der bestbezahlte Sommerjob den ich je hatte – aber ich war froh als es nach einem Monat zu Ende war.

Diese Bauarbeiterjobs an kleinen Baustellen sind sicherlich herausfordernder als auf Großbaustellen. Auf Großbaustellen dominieren Maschinen, Kräne und Fahrzeuge. Diese machen das ‚heavy lifting‘. Auf den kleine Baustellen wo das Eigenheim für das junge Paar hochgezogen wird dominieren reine Muskelkraft. Aber das ändert sich jetzt.

Ein Ziegelroboter verlegt in einer Stunde 1.000 Mauersteine. Und in einer Präzision die ihresgleichen sucht. Das australische Unternehmen Fastbrick Robotics verbrachte zehn Jahre an der Entwicklung der Maschine, die auf einem Lastwagen angebracht werden kann. Der Roboter legt und zerteilt Mauersteine je nach vorgegebenem Grundriss und Bauplan. Die Bauarbeiter müssen lediglich die Maschine platzieren und gelegentlich bei Fenstern und Türen die Querbalken auflegen.

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Künstliche Intelligenz oder Natürliche Dummheit? Was wird Europa wählen?

Thinker

Kein Tag vergeht, an dem nicht eine Meldung von der nächsten Akquisition, einer weiteren Zusammenarbeit zwischen Industrie und Universität, oder einem neuen Anwendungszweck von Künstlicher Intelligenz (KI) hereinkommt. KI-Meetups die ich im Silicon Valley besuche sind in der Regel gesteckt voll und das Interesse kommt aus allen Industrien.

Meldungen

Toyota investiert 22 Millionen Dollar in KI-Forschung mit der Universität von Michigan. Und das ist nur die letzte Zusammenarbeit mit einer Universität. Das Toyota Research Institut im Silicon Valley hat bereits mit Stanford und dem MIT ähnliche Forschungsprojekte laufen. Dabei soll unter anderem die Entwicklung von Robotersystemen, selbstfahrenden Fahrzeugen und Maschinenlernen vorangetrieben werden.

XPRIZE schreibt gemeinsam mit IBM einen KI-Wettbewerb aus, bei dem bis 2020 Teilnehmer die Ergebnisse vorlegen müssen. Eingereicht sollen praktische KI-Anwendungen werden. Die Gewinner erhalten bis zu 3 Millionen Dollar Preisgeld. Und es haben sich bereits 1.000 Personen angemeldet, obwohl der Wettbewerb erst im März 2017 startet.

Einen speziellen KI-Bereich stellen Chatbots dar. Alleine 2016 haben 15 Start-ups VC-Investitionen erhalten. Microsoft wiederum erlebte interessante Tage mit seinem Chatbot namens Tay. Das gewünschte automatische Lernen anhand von Tweets lief nicht ganz so ab wie es sich die Microsoftingenieure erwartet hatten.

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Under Armour: Von Sportkleidung zum Big-Data-Schwergewicht

Under Armor

Digitale Transformation bedeutet nicht dem Schwein Lippenstift auf den Rüssel zu malen, sondern erfordert eine eingehende Beschäftigung mit dem eigentlichen Zweck des eigenen Unternehmens. Tesla baut seine Autos mit dem digitalen Kern als Ausgangspunkt, und nicht als App die auf ein Auto draufgeklebt wird. Uber baute sein Geschäftsmodell von einer App ausgehend, und nicht als einen zusätzlichen Kanal um ein Taxi zu bestellen. So wie die Autobauer heute feststellen müssen, dass sie nicht im Geschäft sind um Autos zu bauen, sondern um eine Mobilitätslösung zu bieten – eine Lösung bei der das Auto ein Bestandteil unter mehreren sein kann – so erkennen auch andere Branchen wie sich ihr Geschäftsfeld ändert.

Genau diese Erkenntnis hatte Under Armour-Gründer Kevin Plank. Er hatte die Ahnung, dass sich irgendwie die Industrie änderte. Hinzu kam, dass Menschen mehr über den Zustand ihres Autos Bescheid wissen, als über ihren Körper. Doch was kann ein Sportbekleidungshersteller beitragen? Alles begann damit, dass Kevin Plank, selbst ein ehemaliger Footballspieler, sich darüber ärgerte, wie verschwitzt seine Kleidung beim Training war. Durch Zufall stieß er auf einen synthetischen Stoff, der sich nicht mit Schweiß voll saugte. Aus dem schneiderte die ersten Leibchen, verteilte sie zum Testen an seine Mannschaftskollegen – und der Rest ist Geschichte.

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Tesla Model S Autopilot und Automatisches Einparken [VIDEO]

Tesla Battery Frame & Electric Motors

Viel wurde in den letzten Wochen über den Tesla Autopiloten geschrieben und fabuliert. Ein tödlicher Unfall mit einem Model S hat die Befürchtungen vor der angeblichen Gefahr solcher Systeme für die Skeptiker bestätigt. Nur ist nicht alles so wie es scheint und während der Unfallhergang vor allem Schuld auf den LKW-Fahrer schiebt übersieht man leicht wie viele Unfälle ein solches Fahrassistenzsystem verhindert hat. Die sind eben wenig spektakulär und darüber wird nicht berichtet.

Ich habe nun selbst ein Tesla Model S mit einem Autopiloten getestet. Dabei wird ganz klar, wie er funktioniert und unter welchen Umständen er zu verwenden ist. Zuerst mal ist er nur für die Fahrt auf der Autobahn zugelassen. Der Autopilot kann keine Verkehrsschilder oder Ampeln erkennen. Er folgt den Fahrbahnmarkierungen und erkennt andere Fahrzeuge. In den Einstellungen kann man festlegen, wie viel Fahrzeuglängen man Abstand vom Vordermann haben möchte. In unserem Fall hatten wir den auf sieben Fahrzeuglängen gesetzt um ganz sicher zu gehen, die Standardeinstellung ist vier Längen. Ist der Abstand zu lange, dann drängen sich üblicherweise überholende Fahrzeuge dazwischen und der Autopilot vergrößert den Abstand wieder automatisch. Der Autopilot erkennt auch ob es sich bei den Fahrzeugen herum um einen Lastwagen oder einen PKW handelt und zeigt das am Dashboard an.

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Apple Campus August Flyover [VIDEO]

Apple Campus August 2016

Apple baut fleißig an seinem neuen Hauptquartier in Cupertino. Das massive UFO hat bereits ein Dach (das mit Solarzellen ausgestattet wird) und die Dimensionen sind gewaltig. 13.000 Mitarbeiter sollen einziehen Auch die Kosten: kolportierte 5 Miliarden Dollar kostet der Neubau, und Apple kann sich das leisten: Im Juni betrugen Apples Cashreserven 203(!) Milliarden Dollar

Über 9.000 Quadratmeter hat  alleine das Fitnesscenter, 28.000 qm wird das Forschungszentrum haben, und 7.000 Bäume werden den Campus umgeben. Anfang 2017 soll das Gebäude bezugsfertig sein. Genug geredet, hier unten ist das Video.

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IBMs Übersicht und Empfehlungen zu Künstlicher Intelligenz

KI Zukunft

Das Weiße Haus fragte an, und IBM antwortet. Ende Juni 2016 bat die amerikanische Regierung Experten und Organisationen Auskunft über die Chancen und Risiken zu künstlicher Intelligenz zu geben. Das Auskunftsverlangen lautete wortgemäß:

Technologien zu Künstlicher Intelligenz (KI) versprechen große Verbesserungen bei der Schaffung neuer und innovativer Produkte die zu Wirtschaftswachstum führen können und bei vorrangig priorisierten nationalen Maßnahmen in Bereichen der Ausbildung, Gesundheit, Klimawechsel und mehr Lösungen voranbringen können. Allerdings gibt es wie bei jeder transformativer Technologie Risiken, die komplexe Anforderungen an Gesetze und Regulierungen auf verschiedenen Seiten haben können. Das Office of Science and Technology Policy (OSTP) möchte sich eine Meinung zu den verschiedenen Entwicklungen von KI über alle Bereiche bilden, um Empfehlungen zur Erforschung und Feststellung von Herausforderungen und Gelegenheiten in dieser Disziplin geben zu können. Die Meinungen des amerikanischen Volkes, einschließlich Interessensgruppen wie Konsumenten, akademische und Forscher in Industrie, private Unternehmen, und wohltätige Organisationen sind wichtig um ein Verständnis für die aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse dieser Felder zu erhalten. Der Grund für dieses Auskunftsverlangen dient dazu Rückmeldung zu übergreifenden Fragen in KI zu erhalten, einschließlich von KI-Forschung und KI-Werkzeugen, -Technologien und -Ausbildung die benötigt werden diese fragen zu beantworten.

IBM, das seit Jahrzehnten in Künstliche Intelligenz an vorderster Front mitmischt und nicht zuletzt mit Watson eines der bekanntesten KI-System betreibt,  Antwort war ausführlich und umfasste die folgenden Kapitel:

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Masterarbeit: Analyse des Venture Capital Einsatzes USA vs Deutschland

Masterarbeit Florian Fritzsche

Anhand von 14 Interviews mit Experten, VCs und Journalisten zu Start-ups und Silicon Valley vergleicht Florian Fritzsche den Einsatz von Venturekapital für Start-ups in Deutschland und den USA.

Titel

Analyse des Venture Capital Einsatzes im Kontext der Start-up Finanzierung in Deutschland und den USA – eine Expertenbefragung im Silicon Valley

Autor

Florian Fritzsche, Lehrstuhl für Entrepreneurship am Institut für Füge- und Schweißtechnik, TU Braunschweig

Abstrakt

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Selbstfahrender LKW in der Wildnis entdeckt

Otto-LKW

In der Zwischenzeit ist man es gewohnt eines von Googles selbstfahrenden Fahrzeuge in und um Mountain View zu sehen. Selbst auf einer kurzen Fahrt begegnet man mindestens zwei (wie heute beispielsweise) bis zu zehn verschiedenen in nur 5 Minuten. Das zeigt wie intensiv die Unternehmen an dieser Technologie arbeiten. Insgesamt haben 14 Unternehmen heute eine Lizenz ihre selbstfahrenden Prototypen in Kalifornien auf öffentlichen Straßen zu testen, und sie tun es fleißig. Es ist aber noch rar, einen selbstfahrenden LKW auszumachen, obwohl zumindest drei Unternehmen hier daran arbeiten. Peloton, Ot.to und Vivify Trucks heißen diese und heute sah ich zum ersten Mal einen autonomen Ot.to LKW auf dem Highway 101.

Von selbstfahrenden LKWs wird erwartet, dass sie die ersten autonomen Fahrzeuge sind die flächendeckend in Verkehr gebracht werden. Zwar gab es bereits erste öffentliche Versuche von Bussen auf Universitätsgeländen und sogar 22 selbstfahrende LKWs im australischen Bergbaugebiet Rio Tinto, aber es gibt gute Gründe warum LKWs zu den ersten autonomen Fahrzeugen zählen werden. Erstens ist im Vergleich zum Preis eines LKWs der Aufpreis für die autonome Hardware und Software nicht mehr ausschlaggebend. Zweitens ist dieses Geld sofort wieder durch Einsparungen bei den Fahrern herinnen. Diese braucht man dann nicht mehr. Drittens müssen fahrerlose LKWs keine vorgeschriebenen Ruhepausen einhalten und können somit ohne Stopp unterwegs sein bis sie das Ziel erreicht haben. Viertens ist die Entwicklung der Technologie für die Fahrt auf der Autobahn vergleichsweise einfach. Der Verkehr fließt nur in eine Richtung, die Geschwindigkeit ist zumeist konstant, es kreuzen keine Fußgänger oder es belegen keine Radfahrer die Spur, und es gibt weniger Signale und Schilder.

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